Porsche 911 Carrera Facelift (991.2): Turbo soll nichts am Charakter ändern

porsche-991-facelift-turbo

Das die nächsten Porsche 911 Carrera Modelle (991.2 Facelift) alle mit einem Turbolader und weniger Hubraum ausgeliefert werden ist kein großes Geheimnis mehr. Die Premiere hierzu ist für die IAA 2015 in Frankfurt angesetzt. Dr. Heinz-Jakob Neusser, Leiter Antriebe VW Konzern, gibt nun erstmals dezente Einblicke in die neuen Porsche-Turbomotoren.

Auch von Vierzylinder-Boxermotoren mit Turboaufladung will er schon Bescheid wissen, doch das ist wieder eine völlig andere Geschichte. Wichtig ist, dass Neusser Zweifel ausräumt nach denen die Turbolader den Charakter der Porsche-Motoren zerstören werden. So ist es nicht wirklich notwendig den Motor bis 10.000 Touren drehen zu lassen, doch schlussendlich sollen die neuen Turbo-Boxermotoren bei etwa 7.000 Umdrehungen pro Minute in den Begrenzer laufen.

Neusser weißt dabei explizit auf McLaren hin, deren 3,8-Liter V8 Twin Turbo Motoren deutlich über diese Grenze hinaus drehen (maximal 8.500 U/min). Es sei also kein Problem einen Turbomotor zu Drehzahlen über 6.000 U/min in Serie zu bringen. Porsche will den Fokus allerdings darauf legen das Drehmoment über ein breites Drehzahlband zu verteilen anstatt einfach nur auf hohe Drehzahlen zu bauen.

Auf der anderen Seite gibt es Bedenken, dass der Sound nicht mehr als ein natürlich Porsche-Soundtrack zu erkennen sei. Neusser weiß ebenso um diese Bedenken und weißt dabei auf den aktuellen 911 Turbo hin, der ein „extrem ausdrucksvolles Geräusch“ hat. Auf der anderen Seite muss man ganz klar sagen, dass der 911 Turbo (520 PS) verglichen mit einem Cayman GTS (340 PS) eher leise und nicht im geringsten nach zwei Drittel mehr Leistung klingt. Eigentlich klingt er nur nach genau dem, was man in den Enthusiasten-Kreisen befürchtet: mehr pop-off und Bypass-Geräusche als Motorsound. Neusser nimmt den Golf R als Vergleich, der auch Charakter hat. Dieser Charakter hat allerdings auch eine spezielle Abgasanlage um laut zu klingen.

Motor des 911 Turbo (991)

Motor des 911 Turbo (991)

Ferner soll die zuerst von Audi gezeigte Technik des elektrischen Verdichters wohl auch im neuen Porsche 911 Carrera eingesetzt werden, um das bekannte Problem des Turbo Lag zu eliminieren. Auf der Seite der „Sportwagen“ im Sinne von Autos aus Zuffenhausen für die Rennstrecke, heißt es von Neusser das diese noch weiter mit einem Saugmotor erhalten bleiben. Zumindest für’s Erste. Soll heißen, der kommenden 911 GT3 wird auch weiter auf Turbolader verzichten.

Fotos: Porsche

Quelle: car