Kurztest: Porsche Cayenne S E-Hybrid

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Bis der Volvo XC90 T8 Twin Engine kommt führt der Porsche Cayenne S E-Hybrid die effizienten Plug-in Hybriden im Premium-SUV Bereich an. 79 Gramm CO2 Emissionen pro Kilometer, dass ist es, was uns der Gesamtverbrauch von 3,4 l/100km verspricht. Porsche hatte zu einer kurzen Verbrauchstestfahrt rund um Stuttgart geladen, um den Plug-in Hybrid Antrieb im Porsche Cayenne kennenzulernen.

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Gegenüber dem Vorgänger, dem Cayenne S Hybrid, ist dieser nicht mehr zu vergleichen. Nicht mehr nur ein „feiner Ansatz“, sondern ein ernst gemeiner Plug-in Hybrid-Antrieb wartet im Cayenne S E-Hybrid. Technisch basiert das Modell auf dem Einstiegs-V6-Motor; dort leistet der V6-Motor 300 PS. Hier wurde die Leistung ein wenig angehoben auf 333 PS, um schlussendlich in der Systemleistung näher an den Cayenne S (420 PS) heran zu reichen.

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Der Verbrennungsmotor selbst gibt seine maximal Leistung zwischen 5.500 und 6.500 U/min ab, das Drehmoment von 440 Nm steht zwischen 3.000 und 5.250 Touren bereit. Die E-Maschine gibt 70 kW bzw. 95 PS hinzu, wodurch die Systemleistung laut Porsche bei 416 PS (590 Nm) liegt. Das maximale Drehmoment von 310 Nm steht wie bekannt schon ab Null Motorumdrehungen bereit und flacht erst wieder bei 1.700 U/min ab. Dadurch ergibt sich ein kleines Loch, wodurch der „Staffelstab“ nicht reibungslos übergeben werden kann. Im Alltag tut dies dennoch keinen Abbruch.

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Gespeist wird die E-Maschine von einer 382 Volt Lithium-Ionen-Batterie, die 10,8 kWh fasst. Aufgeladen werden kann ein der heimischen Steckdose, als auch optional mit einem 7,2 kW Schnelllader. Rein elektrisch kann man so zwischen 18 und 36 Kilometer fahren, je nach eigenem Gasfuß. Letzterer kann auch sehr feinfühlig über das Gaspedal steuern, wo die Energie herkommen soll. Wer voll durchdrückt, fährt mit gesamter Leistung und spart keinen einzigen Funken Strom.

Cayenne S E-Hybrid

Mir selbst war es leider nicht möglich den Cayenne S e-Hybrid zu fahren, daher hat dies ein alter bekannter aus Stuttgart übernommen. Wie Stefan seine Eindrücke beschreibt könnt ihr jetzt im eingerückten Text nachlesen.

Für entspanntes Fahren eignet sich der Elektromotor hervorragend. Die Beschleunigung beim rein elektrischen Fahren ist nicht enorm, jedoch völlig ausreichend für einen angenehmen Fahrkomfort. Die versprochene Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h ohne Verbrennungsmotor wird sogar überboten. Mit mehr als 130 flüsterleisen Kilometer pro Stunde konnte der Cayenne beeindrucken. Allein an Steigungen wird es notwendig, den Verbrennungsmotor hinzu zuschalten.

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Möchte man sich doch etwas flotter bewegen, wird man vom eingebauten Verbrennungsmotor trotz des erhöhten Leergewichts nicht enttäuscht. Mit gewohnt knackigem Sound geht der Porsche Bullide gnadenlos nach vorn. Besonders interessant ist hier die Kombination aus dem Verbrennungsmotor und dem elektrischen fahren. Normales anfahren gestaltet sich angenehm leise und komfortabel, wobei die Kombination aus den beiden Antriebsarten optimal aufeinander abgestimmt ist. Der reelle Verbrauch beläuft sich hierbei auf ungefähr 9,5 Liter auf 100 km/h. Bedenkt man den starken Motor und das hohe Gewicht ist dies ein guter Wert.

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Das zusätzliche Gewicht des Elektromotors fällt bei den Fahreigenschaften nicht weiter auf. Das Testfahrzeuge pärsentiert sich präzise in schnellen Kurven, stabil auf der Autobahn und angenehm leichtgängig im Stadtverkehr. Die Lenkung scheint in Verbindung mit dem 5-stufig verstellbaren Fahrwerk souverän auf alle Gegebenheiten abgestimmt.

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Auch platztechnisch macht der Porsche einen guten Eindruck. Hinter großen Personen hat man hinten viel Platz, wobei auch die Sitze hinten sehr viel Seitenhalt bieten. Die Befürchtung, dass der Kofferraum viel Platz für den Elektromotor abgeben muss hat sich nicht Bewahrheitet. Der Kofferraum ist gewohnt groß. Allerdings büßt man hier das Ersatzrad ein. Dieser Stauraum ist komplett ausgefüllt.

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Alles in allem macht das Fahren mit dem Porsche Cayenne S e-Hybrid eine Menge Spaß, egal bei welchem Fahrstil. Das Konzept der Plug-in Hybrid Fahrzeuge präsentiert sich hier als 100% zukunftstauglich. Besonders beeindruckend ist die Zuschaltung des Verbrennungsmotors durch einen Kick-Down bei vorherigem rein elektrischem Fahren. Hört man vorher nichts, ertönt nun ein animalischer Sound der alle Männerherzen höher schlagen lässt.

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Mit meinen Worten: Man fährt super gechillt auf Elektro, dann tritt man das Gaspedal durch und das Ding rastet komplett aus.

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Mit 82.087 Euro im Grundpreis ist der Cayenne S E-Hybrid exakt genauso teuer in der Anschaffung wie der Cayenne S Diesel (385 PS – V8 Dieselmotor) und sogar noch circa zweitausend Euro teuerer als der Cayenne S (420 PS – V6 Benzinmotor). Nun muss jeder selber wissen, für was er sich entscheiden würde. Gesagt werden kann, das Porsche nun quasi alle Belange abdeckt und dies auch deutlich besser macht, als noch mit dem ersten Mild-Hybrid im Cayenne. Er ist keine ernstzunehmende Konkurrenz für die anderen Cayenne Modelle im Hinblick auf Performance, dafür macht er einen großen Schritt nach vorne in Richtung alternative Energien. Porsche hat mit dem 918 Spyder einiges gelernt und bringt dies nun sinnvoll in die Großserie ein.

Cayenne S E-Hybrid

Fahreindrücke: Stefan Schmautz

Fotos: Porsche, Stefan Schmautz

2 Gedanken zu “Kurztest: Porsche Cayenne S E-Hybrid

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