Unsere Top3 Testwagen des Jahres 2014

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Viele Redaktionen schreiben immer in der „wir finden, dass…“ Form. Nun zeigen wir euch mit unseren Top 3 Testwagen des Jahres 2014, dass es bei uns wirklich ein wir gibt. Larissa, Daniel, Stefan und ich (Fabian) haben ganz unterschiedliche Ansprüche an Autos und daher gibt es bei uns nicht nur eine Top 3 Liste zu finden, sondern direkt vier. 

Larissa’s Top 3 des Jahres 2014:

  1. Ford Fiesta ST
  2. smart ed Jeremey Scott Edition
  3. VW Beetle Cabriolet

Auf der dritten Position landet dieses Jahr für mich das VW Beetle R-Line Cabrio. Der Beatle an sich ist schon ein stylisches Kerlchen und gerade als Frau spricht mich seine Formgebung immer wieder an. Im Inneren ist er zudem geräumig und gibt einem ein freies, wohliges Raumgefühl. Wenn dann noch das Wörtchen „Cabrio“ hinzukommt, werden viele hellhörig. Denn ein Cabriolet bietet eben ein spritziges, sommerliches Fahrgefühl. Doch das sind nicht alle ausschlaggebenden Gründe für diese Platzierung. Ein Cabrio, das nur stylisch und gemütlich ist, hat mir noch nie gereicht. Überzeugt hat mich der 210 PS-starke Motor. Endlich ein praktisches Klischee-Frauenauto, das Kraft hat und sportliches Fahren ermöglicht!

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Platz zwei besetze ich mit dem Eau´d Couture- Stück der von mir getesteten Autos – dem Smart Fortwo in der Jeremy Scott Edition. Dieser Smart besitzt nicht nur die typischen praktischen Eigenschaften der Marke, sondern ist DER Blickfang auf den Straßen. Schön ausgearbeitete Engelsflügel am Heck gepaart mit einem komplett weißen Look sind dabei aber noch nicht alles. Was mich zum absoluten Dahinschmelzen gebracht hat, ist der Zusatz „Brabus“. Immer dann, wenn dieses Wörtchen ins Spiel kommt, werde ich schwach. So leise (electric drive), schnell und Aufsehen erregend bin ich noch nie gefahren. Der zu zahlende Betrag für diesen Engel ist zwar hoch, aber bei Cavalli oder einer Rolex fragt man auch nicht nach dem Preis.

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Gold bekommt von mir feierlich der Ford Fiesta ST überreicht. Und wer jetzt fragt „Warum?“, kriegt eins auf den Deckel. Denn mal ganz ehrlich: Kein Auto hat ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als dieser kleine Flitzer! Er ist sportlich, er ist praktisch, er ist günstig und er macht ungeheuer viel Spaß. Man kann ihn zackig durch die Stadt flitzen lassen, aber auch auf der Rennstrecke treiben. Sein Auftreten ist zudem nicht prollig, aber selbstbewusst. Er weiß eben, dass er kein Statussymbol ist, misst sich aber auch erst gar nicht mit ihnen. Genau so soll es sein! Selbstverständlich ist der Fiesta nicht perfekt (siehe Mittelkonsole). Wenn er seinen Motor startet, verzeihe ich ihm das jedoch immer und immer wieder. So ist das eben in der Liebe.

182 PS Ford Fiesta ST

Daniel’s Top 3 des Jahres 2014:

  1. Mitsubishi Outlander PHEV
  2. Nissan e-NV200
  3. Mercedes-Benz Vito e-cell

Hätte ich den Audi A3 Sportback e-tron schon früher als Testwagen gehabt, wäre er sicher auf einen der drei Plätze vertreten gewesen. So aber nehme ich einen absoluten Außenseiter ins Visier mit dem Mercedes Benz Vito e-cell, der scheinbar in Vergessenheit geraten ist. Seine Reichweite liegt gerade einmal bei 130 km und auch die Höchstgeschwindigkeit von nur 89 km/h ist im Vergleich zu anderen Fahrzeugen sehr gering.

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Dennoch ist der Vito ein Fahrzeug, welches im Handwerk oft zum Einsatz kommt und in der rein elektrischen Variante sicherlich attraktiv ist. Schade, dass über dieses Fahrzeug wenig kommuniziert wird und etwas in Vergessenheit geraten ist. Als Premium-Nutzfahrzeug mit Elektromotor für den ein oder anderen Gewerbetrieb sicherlich eine Anschaffung wert.

Der Nissan e-NV200 landete bei mir auf den zweiten Platz und hätte eigentlich den ersten Platz gemeinsam mit dem Mitsubishi Outlander PHEV verdient. Weil sie beide als Elektrofahrzeuge – auch wenn der Outlander eigentlich ein Plug-in-Hybride ist – in ihrer Eigenschaft und Kategorie überzeugen konnten. Mit dem e-NV200 veröffentlichte Nissan sein zweites rein elektrisch betriebenes Fahrzeug und elektrifizierte den konventionellen NV200. Einmal gefahren, kommt er im Frühjahr kommendes Jahr für einen ausführlichen Test. Der erste Eindruck zeigt jedoch deutlich: Es handelt sich um einen Lieferwagen und so fährt er sich auch. Schwerpunkt weit oben, recht schwammig auf der Gasse und dennoch flott unterwegs.

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Als Transporter für das Gewerbe und als Familienfahrzeug ist er auf dem Markt für einen adäquaten Preis verfügbar. Dabei setzt der Hersteller auf bewährte Technologie aus dem Nissan LEAF. Zum konventionellen e-NV200 musste kein Ladevolumen eingebüßt werden und kommt auf 4,2 qm. Im Vergleich dazu schafft es der Kangoo Maxi Z.E. auf 4 qm und der Citroen Berlingo Electric sowie der Peugeot Partner Electric L2 auf 4,1 qm. Wer alle Details zu den Preisen und Ausstattungslinien haben möchte, der kann hier alle Details erfahren.

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Auf dem ersten Platz landet Mitsubishi Outlander PHEV, denn als SUV ist er überraschend sparsam. Dies zeigt auch der Dauertest bei Bjoern, der auf momentan 5,1 Liter kommt. Ich selbst habe ihn lediglich auf rund 6,0 Liter gefahren. Überraschend zudem die rein elektrische Reichweite, die bei mir zwischen 25 und 40 Kilometer pendelte. Ein SUV der für das Geländer geeignet ist, ein Plug-in-Hybride sein darf und zudem noch sparsam unterwegs ist, der hat für meine Begriffe diese Platzierung verdient.

Ein weiterer Punkt ist der Preis, so erhalte ich für unter 50.000 Euro das Fahrzeug in der Vollausstattung und da können einige Mitbewerbe nicht mithalten. Ein enormes Platzangebot, etliche Assistenzsysteme und als mobiler Stromspeicher (über eine gesonderte Box kann der Outlander als Generator fungieren) machen ihn für mich zum SUV und damit Testwagen des Jahres 2014.

Stefan’s Top 3 des Jahres 2014:

  1. Subaru WRX STi
  2. SLS AMG GT Final Edition
  3. Renault Twingo

Unequal Header hin oder her: kein (fast) Allzweckfahrzeug polarisiert in seiner Preisklasse so wie der neuste WRX STi. Du denkst nicht einmal dran, den Motor freiwillig ausstellen zu wollen bei dem kernig bollernden Sound. Ich bin damit auch über den Acker und Backroads gepflügt, was eben eines der geilsten Dinge ist, die du bei uns im Flachland anstellen kannst. Ferner habe ich eine komplette Abgasanlage, vier Räder, zwei Reifen und einen Haufen anderes Zeugs von einer Halle in die andere transportiert. Wohl gemerkt mit nur einer Fahrt!

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Leistungsmäßig übertrumpft der SLS AMG GT Final Edition natürlich mit 581 PS den Japaner um Längen, dennoch hat er nicht ganz die Nase vorn, das liegt, ja woran eigentlich?! Ich kann es euch nicht sagen: ich bin einfach nur unfassbar angetan von dem optischen Dickschiff, dass auf dem Track die Konkurrenz von den Socken zieht. Unfassbar agil, berechenbar durch die lineare Leistungsentfaltung des V8-Sauger und eine Höllen Driftmaschine. Ich kann nur Grinsen, egal wie spartanisch das Raumangebot im zwei Sitzer auch scheinen mag. In meinem Herzen als Driftmaschine auf #1, hier dieses Jahr nur auf dem zweiten.

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Platz 3 geht an einen echten Cityflitzer, der seinen Namen dank des geringsten Wendekreises auf der Welt zurecht verdient. Der neue Twingo teilt sich mit dem smart die selbe Plattform, wird ebenfalls von den gleichen Motoren angetrieben. Das Platzangebot ist riesig durch die neue Motoranordnung und die Ausstattung absolut Zeitgemäß. Hipster lieben dieses Fahrzeug, die Normalbevölkerung wird nachziehen.

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Fabian’s Top 3 des Jahres 2014:

  1. BMW M4 Coupé
  2. SLS AMG Black Series
  3. Mazda MX-5 Yusho

Für mich waren es drei sehr sportliche Fahrzeuge in diesem Jahr, die mich überaus begeistert haben. Im letzten Jahr noch waren es die „Vernunft-Autos“, doch in diesem Jahr war alles anders. Die einmalige Chance einen SLS AMG zu fahren wurde auch Stefan zu teil, doch ich durfte dem gleich noch einen obendrauf setzen: der SLS AMG Black Series mit seinem hochdrehenden 6,3-Liter V8 mit 631 PS hat es dabei aber „nur“ auf den zweiten Platz geschafft. Da steht die Frage nah, was kann über einem Auto stehen, dass mir so viel Angst bereit hat, dass ich mir fast in die Hosen gemacht habe?

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Mit 200 PS weniger kann man es schon fast als Vernunft-Auto beschreiben, doch im BMW M4 Coupé vernünftig zu bleiben ist echt eine harte Aufgabe. In meinen Augen ist es nicht nur verdient in meiner Top 3 auf der ersten Position gelandet, sondern sollte sich auch „Neuwagen des Jahres“ nennen dürfen. Während der Black Series ein an sich reines Track-Tool ist und auf der öffentlichen Straße mehr eine Gefahr für die Straße darstellt, kann man das M4 Coupé wenigstens bis zu einer gewissen Drehzahl auf der öffentlichen Straße bewegen. Vier ganze Tage konnte ich mit dem Bimmer am Nürburgring verbringen und ich kann mich an keine einzige „miese“ Minute erinnern. Spaß nonstop und ein Motor, der so drehfreudig ist, wie Reihensechser der alten Schule.

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Tja und die Knalltüte des Jahres darf in meinen Favoriten einfach nicht fehlen. Der Prototyp des Mazda MX-5 „Yusho“ war vielleicht nicht das schnellste Auto des Jahres 2014, aber in jedem Fall das brutalste. Selbst der SLS hat mehr Rest-Komfort zu bieten als der fast kompromisslose Umbau eines harmlosen MX-5 zum Motorsport-Gerät. Auch wie die beiden vorangehenden gab es nur wenig Zeit, um den Yusho zu testen oder besser auszufahren, doch diese drei Tage waren es wert. Wer einen MX-5 hat sollte sich überlegen, diesen Umbau vielleicht selbst an seinem Fahrzeug zu realisieren.

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Auch die anderen haben ihre Top 3 zusammengestellt. Bei den unterschiedlichsten Meinungen, die wir so vertreten gibt es doch Gemeinsamkeiten. So findet sich beispielsweise bei Friedbert auch der Twingo unter den besten drei, den Fiesta ST sehen wir bei Des. Bei vielen ist unter anderem der neue VW Passat „hängen geblieben“. Für Stefan in der engeren Wahl war auch ein Audi, bei Matthias hat es das S5 Coupé in die Liste geschafft, während Thomas gleich durch sein Lieblingsmarke BMW die gesamte Liste besetzte. Tom war auch von einem Fahrzeug überzeugt, dass wir so schnell nicht auf der öffentlichen Straße sehen werden, den RS5 TDI Prototypen.

Mario, der in diesem Jahr die Aktion wieder angestoßen hat, füllt seine Liste mit sehr unterschiedlichen Fahrzeugen, vom Nippon Roadster über einen japanischen Kombi bis hin zu einem Franzosen, der die Geister scheidet.

Alle weiteren Blogs die teilgenommen haben:

Mario von Berg – autoaid
Matthias Luft – motoreport
Jan Gleitsmann – Auto..Geil
Jens Stratmann – rad-ab
Tom Schwede – 1300ccm.de
Thomas Gigold – autokarma
Dr. Friedbert Weizenecker – Der-Autotester.de

Text: Larissa Rutkowski, Daniel Bönnighausen, Stefan Maaß, Fabian Meßner

Fotos: Stefan Maaß, Fabian Meßner