Urban-King: neuer smart fortwo 90 PS Turbo-Motor im Fahrbericht

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Smarte Fortbewegung. Smarte Abmessung. Smart in der Stadt. Die dritte Generation des smart fortwo kann vor allem eines richtig gut: in der Stadt brillieren. Wer sich den völlig neuen smart, der auf der gleichen Plattform wie der Renault Twingo III aufbaut, ansieht, der entdeckt sofort eines: größer geworden ist er nicht. Völlig entgegen dem Trend der „blauen Pille“, die viele Hersteller ihren Modellen verpassen, um sie aufzuplustern, bleibt der smart fortwo bei einer Länge von 2,69 Meter das ideale Fahrzeug für die Stadt.

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In der Breite, da ist er dann doch etwas gewachsen, doch das tut gut. Nicht nur dem Auftreten, das etwas kraftvoller und bulliger wirkt, sondern auch dem Fahrgefühl sowie dem Raumgefühl. Denn für einen smart, der auf einer Fläche von 2,69 x 1,66 Meter zwei Personen plus mindestens 260 Liter (bis 350 Liter) Kofferraumvolumen verstaut, transportiert er dich mit luftiger Leichtigkeit. Denn es ist keinesfalls mehr so kuschlig wie in der zweiten Generation, in der sich Fahrer und Beifahrer gerne einmal die Ellenbogen aneinander reiben. Zehn Zentimeter mehr in der Breite tun dem Stadtflitzer par excellence richtig gut.

Noch nicht vollgepackt!

Noch nicht vollgepackt!

Was er ebenfalls gut kann ist das Wenden. Zumindest, wenn man die Direktlenkung mitbestellt, die ab dem Paket passion, also quasi ab dem ersten Ausstattungspaket, serienmäßig an Bord ist. In Zahlen sind es nur 6,95 Meter, die der neue smart fortwo zum Wenden benötigt. Soll heißen, jede zwei-spurige Straße ist ab sofort ein Wendehammer. Besser kann man nicht für die Metropolen dieser Welt ausgerüstet sein. Einmal gelingt es dem Wende-Meister diese Glanzleistung durch die Vorderachse (teils vom W 204 adaptiert), die nur einen unteren Dreieckslenker besitzt, zum anderen durch den Heckmotor. Der sitzt an der De-Dion-Hinterachse (Art von Starrachse; Differentialgetriebe zwischen den Rädern mit Achswellen verbunden) und treibt das Leichtgewicht an.

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Nicht nur die bekannten Dreizylinder-Saugmotoren mit 71 und 60 PS werden eingesetzt (natürlich in diesem Fall überarbeitet und EU6-Abgasnorm konform), sondern auch ein 0,9-Liter Turbomotor mit 90 PS. Das ist nicht mehr als Genug, das ist genau der richtige Motor für den Zwerg. Gekoppelt an ein neues manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe – endlich – gibt es nichts, was dich mit dem smart an der Ampel (in der Stadt) schlagen könnte. Außer vielleicht der kommende 80 kW starke Brabus oder der 2016 erscheinende smart electric drive. Der Verbrauch soll bei nur 4,2 l/100km liegen, im realen Test im urbanen Dschungel von Barcelona lag er dabei dennoch nie unter sechs Liter pro 100 km.

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Die Fahrt in der Stadt war zu jeder Zeit angenehm, einfach aus dem Grund, dass die ruckelnde Halb-Automatik aus den Vorkriegszeiten (des smart) Geschichte ist. Das manuelle Fünfgang-Getriebe lässt sich flüssig schalten und die Gänge ohne großen Kraftaufwand einlegen. Ein riesiger Gewinn gegenüber der ersten und zweiten Generation. Etwas später kommt dann auch noch die twinamic genannte Doppelkupplung mit sechs Gängen. Eine kurze Fahrt im aktuellen Entwicklungsstand ließ nur noch Sonderwünsche offen, wie etwa ein flüssigeres (automatisches) Herunterschalten oder die letzten Korrekturen in den Drehzahl-Spitzen. Die Ingenieure wollen hier noch einmal Hand anlegen um dem Kunden auch nur das Beste zu bieten. Auch wenn das Drehmoment von 135 Nm erst voll bei 2.500 U/min bereit steht, so lässt er sich doch auch gut und gerne mal im fünften Gang effizient durch die Stadt fahren. Der vierte Gang ist dabei nie ein Problem. An der Stelle von Antrieb und Getriebe wurde alles richtig gemacht.

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Wer viel in seiner eigenen Stadt unterwegs ist, der kennt Wege, die nicht einmal das beste Navi kennt. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, der sollte mit dem optionalen 7-Zoll Touchscreen in jedem Fall zufrieden sein. Das System basiert auf der TomTom-Software und da kennt man sich eben aus mit Navigation und Live-Diensten. Es gäbe auch noch die Möglichkeit mittels der App „smart cross connect“ das Smartphone als Navigationssystem zu nutzen, doch wir wissen bereits aus Erfahrung, dass solche System eher mäßig funktionieren – zu testen gab es die App allerdings noch nicht.

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Der sieben Zoll Touchscreen als solches bietet auch noch die Möglichkeit das Radio bzw. die Media-Ausgabe zu bedienen, sowie den Eco-Status anzugeben. Letzterer war zugegebenermaßen noch ausbaufähig. Die Einstellmöglichkeiten halten sich in Grenzen, insbesondere, was die Akustik des JBL Soundsystems anbelangt. Es wirkt ein wenig, wie ein Navi mit zusätzlichen Funktionen. Der Zoom mit zwei Fingern klappt auch nicht immer, besser ist es dann, einfach die Lupe anzuklicken und manuell über Druck die Karte größer oder kleiner zu machen.

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das optionale JBL Soundsystem ist kein Hochgenuss für Anspruchsvolle. Es ist ok, mehr aber auch nicht. Den acht Lautsprechern fehlt es an Fülle, Klangvolumen, insbesondere der Bass (portable herausnehmbare Bassbox im Heck) kann nicht wirklich überzeugen. Oft sind die Höhen total überspielt und der Gedanke an die kreischende Opern-Sängerin kommt in mir hoch. Für Radio und Co. völlig ausreichend, wer sich allerdings seine klassische Musiksammlung wiedergeben lassen will, der wird enttäuscht sein. Dem Mainstream-Musikhörer könnte höchstens vielleicht ein durchdringender Bass fehlen.

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Mindestens 10.895 Euro kostet der neue smart fortwo, dann mit 71 PS aus dem 1,0-Liter Dreizylinder. Das mit neuen smart nur noch H4 Halogen Scheinwerfer gibt ist für mich kein Abbruch, denn Laser-Fernlicht oder ähnliches brauch ich in den Metropolen dieser Stadt ohnehin nicht. Für den Turbo-Spaß mit schicker Ausstattung samt LED-Lichtleiter Technik (Tagfahrlicht) oder Navigationssystem und JBL Soundsystem stellt sich schnell eine horrende Summe ein, die auf die Größe bezogen, extrem viel Geld ist. Dafür bekäme man auch einen Kleinwagen, allerdings auch direkt wieder ein Parkplatz-Problem frei Haus. Denn eines ist Gewiss, ein Parkplatz ist mit diesem Kreisel-König in Null-Komma-Nix gefunden.

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Text/Fotos: Fabian Meßner

12 Gedanken zu “Urban-King: neuer smart fortwo 90 PS Turbo-Motor im Fahrbericht

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  7. Will denn wirklich keiner erkennen, dass die 10 Zentimeter größere Breite am neuen Smart ein fundamentaler Nachteil sind? Der Smart ist kein Zweipersonen-Auto, sondern ein 1+1-Auto. Der Smart hat nun definitiv keine Quer-Parklücke mehr exklusiv. Sehr, sehr schade.

    • Demnach kommen diese 10 Zentimeter schon fast einem Weltuntergang gleich. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es ein Gewinn ist. Vor allem für die zwei Passagiere. Zudem glaube ich nicht das Parklücken, zwischen zwei Autos, genau für den smart genormt sind. Da kann auch der alte mal nicht mehr reinpassen.

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