Neuer Volvo XC90: Sitzprobe bis in die dritte Reihe

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Benchmark in puncto Sicherheit. Das ist der neue Volvo XC90, dabei kamen aber auch die wesentlichen Fakten, die ein Auto ausmachen nicht zu kurz. Bei der Weltpremiere konnte ich mich vom aktuellen Stand des neuen Luxus-SUV aus Schweden überzeugen. Alle Eindrücke sind derzeit noch nicht final, da noch immer am Auto getüftelt wird und beispielsweise die Sitze noch in ihrer Härte geändert werden.

Volvo stellt uns also ein Auto, das noch nicht final ist. Und doch verkaufen sie schon die First Edition ab nächster Woche. Es sind allerdings nur Vorbestellungen, besitzen werden die Früh-Shopper das neue SUV auch erst im Frühjahr 2015. Dann können darin bis zu sieben Personen befördert werden. Wie gut es ihnen dabei geht, davon konnte ich mir schon einen Eindruck verschaffen.

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In der dritten Sitzreihe wird eine maximale Größe von 170 cm empfohlen. Ich bin da mit circa acht bis neun Zentimeter, je nach Tagesform und Zeit, etwas darüber angesiedelt. Ich müsste also schon leichte Probleme bekommen. Doch weit gefehlt, der Einstieg ist, Beweglichkeit vorausgesetzt, schnell und einfach geschafft. Lediglich die Sitzmechanik macht noch Probleme, weil sie ein klein-wenig anders funktioniert als bisher bekannte Systeme.

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Die zwei hinteren Sitze sind angenehm, passgenau geformt. Tage lange Roadtrips möchte ich auf diesen Sitzen auch nicht erleben, für einen Tagestrip hingegen sollte es ausreichen. Zumal die Sitze deutlich komfortabler gepolstert sind als beispielsweise der mittlere Sitz der zweiten Reihe. Der kann durch sein Innenleben, zwei Cupholder, nicht wirklich mit einer komfortablen Lehne punkten. Dafür seine beiden Mitstreiter rechts und links von ihm. Sie sind ähnlich ausgeformt, wie die beiden vorderen Sitze, und umschließen den Passagier leicht. Ist die Tür zu, fühlt man sich durch das gewölbte Fenster, das weit nach oben reicht, nicht direkt, wie in einer Sardinenbüchse. Es ist ein angenehmer Raum, der durch das Panorama-Dach noch weiter und größer erscheint.

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Die Türverkleidungen sind ein Schmeichler für die Hände. Warme Holzflächen kombiniert mit kalten Aluminium-Verkleidungen der Bowers & Wilkins Anlage. Der silberne Türgriff passt da genau ins Bild. Der Klang der 19 Lautsprecher starken Anlage ist gewaltig. Die Kevlar-Speaker sind den Aufpreis in jedem Fall wert, auch wenn ich bisher nur statische Eindrücke sammeln konnte. Der Klang ist auf allen Sitzen gleich gut, denn es wurde so eingestellt, dass die Lautsprecher zu verschiedenen Zeiten ihren Klang abspielen, sodass ein echter Raumklang erzeugt wird.

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Wie genau der perfekte Klang hier erzeugt wurde bzw. welche Technik dahintersteckt bleibt natürlich geheim. So viel sei gesagt; Volvo hat eine Aufnahme aus dem Göteborger Konzertsaal genommen hat und das Auto sollte genauso klingen (per Equalizer, gibt auch noch andere Einstellungen). Für Bowers & Wilkins war das eine einfachere Aufgabe, als es bei euch Zuhause im Wohnzimmer klingen zu lassen, denn im Auto ist die Umgebung immer dieselbe.

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Die wichtigste Sitzreihe im neuen XC90 ist dennoch die First Class ganz vorne. Fahrer- und Beifahrer genießen zwei kleine schwedische Sofas mit Sitzheizung, sowie Sitzlüftung, zahlreichen elektrischen Verstellmöglichkeiten sowie die Sitzverlängerung. Nicht zu vergessen die Massage-Funktion. Der Beifahrer kann sich nicht über zu wenig Beinfreiheit beklagen. Dabei können dann auch die Passagiere dahinter den Knien noch Freiraum lassen. Nur Passagiere der dritten Reihe müssen sich eventuell mit den davor sitzenden absprechen, um durch Verschiebung der zweiten Reihe etwas mehr Freiheit zu erlangen.

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Als Fahrer hat man hier alles im Blick, zur Not unterstützt die 360-Grad-Kamera. Der Chef bekommt ein neues Cockpit mit Leder-Lenkrad, das verschiedene Funktion übernehmen kann. Bedienung des Infotainment, sowie der Tachoeinheit wären eines. Steuerung von Tempomat und Sicherheitseinstellung das andere. Über einen Menüknopf wird die Doppelbelegung der Steuerungstasten aktiviert. Genauso intuitiv, wie Volvo es den Kunden anbieten will.

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Das trifft auch bei dem neuen Infotainment-System zu. Die Hauptpunkte sind immer sichtbar, darunter Navigation, Audio und Klimaanlage. Einen Punkt kann der Besitzer später auch selbst festlegen. Hier noch als Wetter zu sehen, lässt sich eine App mit auf den Homescreen favorisieren (Drag & Drop). Zahlreiche Apps sollen noch folgen, auch durch Apple CarPlay wird hier noch einiges an Information auf uns zukommen. Bisher gibt es die hier zusehenden. Darunter auch Menüpunkte, welche die dritte Sitzreihe elektrisch zu versenken bzw. „auferstehen“ lassen können.

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Die Demo-Version vermittelt nicht gerade den Eindruck von „noch nicht final fertig“. Das System läuft flüssig, zuverlässig und ohne Probleme. Was dabei noch viel wichtiger ist, es ist extrem einfach zu verstehen. Es erklärt sich, wie es Volvo auch gerne sagt, komplett von selbst. Das die Hauptkategorien nie zu 100% verschwinden ist dabei der große Gewinn für die Benutzerfreundlichkeit.

Leider nur beim Hybrid vorgesehen: der Kristall-Schaltknauf (Shift-by-Wire)

Leider nur beim Hybrid vorgesehen: der Kristall-Schaltknauf (Shift-by-Wire)

Egal wo ich beim XC90 eingestiegen bin, überall gab es Neues zu entdecken, überall war es wohlig warm. Einstiegen und wohlfühlen, das, was dem XC90 als Hauptziel auf die Stirn geschrieben war. Er kann es bereits in dieser noch nicht fertigen Pre-Production-Version, ergo er wird den Markt durchmischen.

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Mit einem simplen Facelift kann die Konkurrenz dieses SUV nicht mehr ausstechen. Sei nicht dumm, schau dich um! Wer Sicherheit und damit den Selbsterhaltungstrieb an erster Stelle sieht, der wird in nächster Zeit nicht um diesen Wagen herumkommen. Die Preisspanne ist natürlich enorm mit etwa bis zum doppelten des Basispreises. Gegenüber X7, Q7 und ML/GL ist es die Investition in jedem Fall wert, denn dort kauft man auch nicht billiger ein.

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Wer das Geld hat, hat bald die Wahl, doch es gilt auch die richtige zu treffen. Die Ansätze die Volvo mit dem neuen XC90 macht, erhöhen den Druck auf die deutschen Premium-Hersteller enorm. Einzig und alleine die Bedienbarkeit des Touchscreen bzw. Infotainment während der Fahrt ist für mich noch fraglich. In allen anderen Belangen ist der Schwede zu diesem Punkt eine Nasenlänge voraus.

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Text/Fotos: Fabian Meßner

3 Gedanken zu “Neuer Volvo XC90: Sitzprobe bis in die dritte Reihe

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