Shoppingbag oder Outdoorspielzeug: Mercedes-Benz GLA 220 CDI 4Matic

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Was braucht eine Frau noch zum Shoppen neben einem bequemen Paar Schuhe und einem Begleiter, der die erbeuteten Taschen trägt? Richtig, ein Gefährt, das sie und den Einkauf standesgemäß nach hause kutschiert. Testobjekt dafür war der Mercedes Benz GLA 220 CDI 4Matic und die Teststrecke ein Outletcenter*, das Frauenträume wahr werden lässt.

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Fakt ist schon einmal, dass die Anfahrt und der Auftritt dank des GLA einfach, bequem und elegant vonstatten gehen. Vor allem mir haben die braune Lackierung und das helle Innenleder sehr gut gefallen. Man fällt durch sie mit Klasse auf und nicht durch eine grelle Farbe.

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Praktisch ist der SUV zudem, da er die frisch gefüllten Einkaufstüten auf Knopfdruck durch Öffnen des Kofferraumes bereitwillig und in rauen Mengen entgegennimmt. Wer braucht dazu noch einen nörgelnden Mann an seiner Seite?! Diese Zeiten sind vorbei, Ladies.

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Vierbeinige Shoppingbegleiter dürfen jedoch selbstverständlich nicht fehlen. Diese müssen beim GLA auf der Rücksitzbank Platz nehmen, denn der sicherere Kofferraum bietet nicht genug Kopffreiheit für die größeren nassen Nasen. Ein kleines Manko bei einem Kompakt-SUV, aber unseren langhaarigen Testprofi hat das bei einer Schulterhöhe von ca. 21 cm nicht gestört.

— Szenenwechsel —

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Schlüsselübergabe. Die Shoppingbags noch eben rausgeworfen und dann ab in den Wald. Das muss er doch abkönnen, immerhin hat er Allradantrieb. Den Schlamm durchwälzen, wie die Säue auf der Farm. Genug Power liefert er mit 170 PS (350 Nm) auch. Technisch passt alles.

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Die Realität sieht dann anders aus: Zwar sind mit dem GLA endlich auch Verbesserungen** an der A-Klasse Plattform vorgenommen worden, doch es mangelt ihm an echter Offroadfähigkeit. Ein umgekippter Baum alleine kann ihn schon stoppen.

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Ich bin wieder auf mich alleine gestellt. Hoffentlich fallen mich keine wilden Brombeeren an. Bei der Entfernung kann mich dann auch keines der Assistenzsysteme mehr schützen. Immerhin wartet er geduldig, quasi im Halteverbot, doch durch die Tarnfarbe ist er noch nicht weiter aufgefallen. Was im Urban Dschungel als „très chic“ gilt, lässt sich in den Wäldern ganz gut verstecken.

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Wirklich abseits der Straße kann bei Mercedes-Benz nur die G-Klasse, auch GL und GLK sind nicht wirklich dafür geschaffen. Beim GLA sieht es nicht anders aus, auch wenn er das signifikante G im Namen trägt. Dafür bietet der zuletzt öfters einmal als „Cross-Hatch“ verschriene Kompakt-SUV mehr Platz als die A-Klasse. Wenn die Bodenfreiheit auch nur geringfügig höher ist, so ist der Innenraum deutlich geräumiger als im stylischen Kompaktwagen. Besonders auf der Rückbank kommt den Passagieren mehr Kopffreiheit entgegen. Die nicht ganz so extrem abgerundete Form des Hecks macht es möglich. Schlussendlich profitiert davon auch der Kofferraum: 420 statt 341 Liter und durch die große Öffnung, ist der Raum auch gut zu nutzen.

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Vier Zentimeter. Dieser minimalistische Unterschied trennt den Fahrer einer A-Klasse von dem Fahrer eines GLA. Bemerken tut dies nur, wer nachliest. Genauer nebeneinander gestellt sind die Unterschiede kaum erkennbar, aber messbar mit einem abgebrochenen Meterstab. Er fährt sich eher wie ein durchschnittlicher Kompaktwagen als ein SUV. Die an sich eher niedrige Karosseriehöhe hat also auch seine Vorteile, die klassischen Wankbewegungen sind dabei dann eher weniger vertreten. Auch auf längeren Reisen gibt der Benz sich keine Blöße, vor allem mit dem größeren Tank (56 Liter) kommt der Diesel dann nochmal ein Stück weiter als seine Verbrennerpendants. Eine Strecke von knapp 700 Kilometer legte er problemlos mit einem Tank zurück. Dabei ging es auch einmal bis 160 km/h – schneller geht auch, aber Spaß macht das bekanntlich mit keinem SUV. Dabei ließ er auch noch einen Rest im Tank für die anschließende Suche nach der nächsten Zapfsäule und begnügte sich laut Bordcomputer mit rund 6,5 Litern /100km. Kein Spitzenwert, aber bei diesen Ausmaßen muss auch erst einmal der Wind verdrängt werden.

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Zurück zur Eingangsfrage: die lässt sich auch ganz einfach beantworten. Ich würde mit dem GLA lieber einkaufen fahren, als eine Tour durch die Wüste zu starten. Die Sitzposition ist überraschenderweise ganz angenehm, vor allem die (marginal) größere Kopffreiheit gefällt mir gegenüber der A-Klasse besser. Wahrscheinlich tut auch der nicht ganz so durstige Diesel seinen Teil dazu.

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radical-mag über den GLA 250 4Matic sowie mein-auto-blog über den GLA 200 CDI.

*Die Bilder sind im McArthurGlen Designer Outlet Center Roermond entstanden.

**Die gefährliche Schnittkante in der Mittelkonsole gibt es nicht mehr, genauso wie problembehaftete Bremsen. Auch die Distronic Plus Abstandsregelung reagiert deutlich feinfühliger und bremst nicht mehr abrupt ab.

Mercedes-Benz GLA 220 CDI 4Matic

Reihenvierzylinder (quer), 2.143 cm³ (Turboaufladung)
170 PS bei 3.400–4.000 U/min
350 Nm bei 1.400–3.400 U/min
8,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h
VMax 215 km/h
Kombinierter Verbrauch 5,1 l/100km (CO2: 132 g/km)
Testverbrauch 5,9 – 6,5 l/100km
Modellgrundpreis 39.252,15 Euro
Testwagenpreis 53.859,40 Euro

Text/Fotos: Larissa Rutkowski und Fabian Meßner

4 Gedanken zu “Shoppingbag oder Outdoorspielzeug: Mercedes-Benz GLA 220 CDI 4Matic

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