Was sich am neuen Audi TT Coupé (8S) unter dem Alu-Kleid getan hat

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Die Design Ikone, die zur Fahrmaschine werden soll. Die Rede ist vom evolutionierten Audi TT in der dritten Generation. Innen mehr eine Evolution im Design, die sich nur an kleinen Änderungen markant vom Vorgänger unterscheidet, wie etwa einem Knick in den hinten Seitenfenstern oder den optionalen Matrix-LED Scheinwerfern. Die Revolution findet im Innenraum statt. Gesäuberte Flächen inspiriert von einem Flugzeug-Flügel bieten das Grundgerüst für das Armaturenbrett. Die bahnbrechende Neuerung ist das Virtual Cockpit.

Der MMI Bildschirm, wie wir ihn von aktuellen Modellen wie etwa A3 oder A8 kennen ist weg. Im Vergleich zum Vorgänger Audi TT (2) hat sich noch mehr getan. Der klobige Kasten in der Mittelkonsole ist komplett verschwunden. Nur noch drei Turbinen-artige-Düsen – diese feierten im ersten Audi TT ihre Premiere im Konzern – inklusive der Verstellung der Klimaanlage finden wir dort. Auf dem Tunnel ein entschlacktes MMI touch wheel und hinter dem Lenkrad das virtuelle Cockpit mit einer Auflösung von 1440 x 540 Pixel. Betrieben wird das Infotainment, wie auch das neue Kombiinstrument jeweils von einem nVidia T30 Quadcore Prozessor. 12,3 Zoll misst das TFT-Display, welches alle Informationen widergibt. Darunter zählen neben den Einstellung, audi connect Services, sowie Navigation und Medienwiedergabe, wie natürlich Geschwindigkeitsanzeige und Drehzahlmesser – beim TTS rückt letzterer in den Fokus!

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Auf der MQB Plattform aufbauend wurde der Unterbau des neuen TT in kleinen Details verändert. Der Getriebetunnel ist Audi spezifisch, sowie der Vorderwagen angepasst, der Stahlboden gekürzt (Audi TT hat den kürzesten Radstand mit 2505 mm) sowie auch der Hinterwagen gekürzt. Gefertigt wird der kleine Sportwagen im selben Werk wie die A3 Limousine sowie das A3 Cabriolet in Ungarn. Leichtbau war insgesamt ein großes Thema. 50 Kilogramm gegenüber dem Vorgänger konnten eingespart werden, wie etwa durch ungewöhnliche Mittel wie ein Bordnetz aus Aluminium. Alleine Einsparmaßnahme dadurch: Zwei Komma sechs Kilogramm! Das Leergewicht liegt nun bei 1.230 Kilogramm (Vergleich Seat Leon FR 1.224 kg). Viel Aluminium und einige leichte Verbundwerkstoffe verbessern die Steifigkeit und senken, fahr-freudiger-weise den Schwerpunkt um zehn Millimeter.

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Das Matrix-LED sowie auch das Audi magnetic ride finden erstmals, beide gegen Aufpreis, in die Kompaktklasse, sowie nach Audi A8 und R8 in weitere Modelle der Ingolstädter. Über den quattro Antrieb, der ohne ein mechanisches Sperrdifferential auskommt, können auch bei Bedarf kurzzeitig bis 100% der Antriebsmomente an die Hinterachse übertragen werden. Auch in der Lamellenkupplung an der HA konnte weiter durch ein neues Druckventil Gewicht eingespart werden. Tendenziell ist der Audi TT primär darauf ausgelegt sparsam zu sein, daher werden im Eco Modus nur die vorderen Räder angetrieben. Der 2.0 TDI mit 184 PS verfügt nur über Frontantrieb. Bisher sind nur die Modelle mit 230 PS sowie der 310 PS starke TTS mit quattro Antrieb angedacht (beide 2.0 TFSI).

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Das neue virtuelle Cockpit bietet viele neue Möglichkeiten, die Bedienung soll einfacher geworden sein, genauso wie die Aufmerksamkeit mehr auf der Straße sein soll, als im Innenraum. Mitunter mag das zutreffen, denn im Innenraum gibt es kaum noch etwas zu gucken. Nur der Fahrer hat noch die volle Einsicht auf Navigation und Entertainment. Je nach Sitzposition muss er dafür den Blick nur leicht oder gar sehr stark senken. Wer klein ist und dadurch hoch sitzen muss, um über das Armaturenbrett zu blicken, wird vermutlich Probleme im Alltag bekommen, denn ein Head-up Display gibt es nicht. Die einzige Anzeige ist das Kombiinstrument. Um diesem bisher rein theoretischen Problem vorzubeugen ist die Sitzposition angenehm tief. Für den normalen Durchschnittsbürger kann das Virtual Cockpit in der Theorie also gut funktionieren. Schlussendlich müssen wir einen Praxis nahen Test abwarten, erst dann lässt sich näher sagen, ob der Schritt in die Digitalisierung des Cockpits der richtige ist.

Mehr zum Thema neuer Audi TT (8S) auch auf mein-auto-blog und trendlupe sowie autoaid.


Text: Fabian Meßner

Fotos: Audi AG

7 Gedanken zu “Was sich am neuen Audi TT Coupé (8S) unter dem Alu-Kleid getan hat

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  6. Kein mechanisches Diff., digitaler Tacho, Ventil statt Lamellen… Dann noch aufgeladen und DSG. Künstlicher kann man nicht mehr fahren oder? Ist es das was heutzutage eine Fahrmaschine ausmacht?

    • Laut Audi ist es das, was eine Fahrmaschine aus macht, genau. Immerhin siehst du die nächste Stufe im R8. Der hat immerhin auf den Antrieb bezogen noch ein paar mechanische Teile 😉

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