Angetestet: Der neue Infiniti Q50 und Q50 S

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Der neue Q50 von Infiniti lockt mit neuen System-Gadgets und einer Hybridvariante mit ordentlichem Bums dahinter. Dazu kommt ein ansprechendes Design, das einen Hauch von Luxus versprüht. Doch lohnt sich deswegen der Kauf der in Deutschland relativ unbekannten Marke?

Das Design des neuen Q50 ist definitiv elegant. Klare Linien mit ein wenig Dynamik erzeugen ein schönes Auftreten und einen rundum positiven ersten Eindruck. Die bullige Front mit dem leicht geschwungenen Grill sticht dabei gut heraus, ebenso wie die katzigen, auslaufenden Augen. Das Heck ist mit ein paar Chromleisten verziert und wird durch breit gezogene Rückleuchten sportlich-chick.

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Der Innenraum des Q50 ist insgesamt rund geschwungen und dadurch sehr gemütlich und komfortabel. Sowohl als Fahrer wie auch als Beifahrer sitzt man bequem und fühlt sich wohlig wie in einem Ei verpackt. An dieser Form hat lediglich das Handschuhfach zu leiden, das durch den Schwung extrem an Platz einsparen musste. Sollten noch mehr Passagiere an Bord sein, können sich zwei von ihnen auf der Rückbank weit zurücklehnen und (bei einem durchschnittsgroßen Fahrer) Beinfreiheit genießen, während der dritte im Bunde mittig leider eher wie auf einem Sattel sitzt (rundes Polster). Eines können sie aber alle: dem herrlichen Bose-Sound lauschen.

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Herausstechend ist jedoch vor allem die aufgeräumte, glamouröse Mittelkonsole mit 2 (!) serienmäßigen Touchscreens. Zweifarbig und hoch glänzend kommt sie daher. Der obige Screen wird dabei lediglich für das leider extrem gewöhnungsbedürftige Navigationssystem genutzt und ist leicht nach hinten versetzt. Der untere Screen hingegen ist für das gesamte Menü zuständig und kommt hochglänzend daher. Letzteres umfasst nicht nur eine Wetterapp und Fahrzeugeinstellungen, sondern ermöglicht auch den Zugriff auf Facebook und Co. und liest auf Kommando auch brav die eingegangenen Emails vor. Damit erfüllt das System von Intel einen Großteil der aus Tablets bekannten Funktionen – und das auch sehr fix, denn der untere Screen funktioniert nahezu einwandfrei. Etwas „schade“ ist, dass bestimmt die Hälfte des Menüs ebenfalls per Knopf neben den Screens zu steuern ist. Das macht vieles „überflüssig“ und scheint doppelt gemoppelt, stört aber nicht.

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Drei Systeme sind im Q50 der Stolz Infinitis:

Das Active Trace Control bietet ein kleines Schmankerl beim Lenken: Es verhindert die Übertragung von überfahrenen Bodenwellen auf das Lenkrad. Die Idee hört sich sehr komfortfödernd an, doch ist dabei nicht zu vergessen, dass der eigene Körper beim Überfahren solcher „Drempel“ so oder so der Schwerkraft unterliegt und der „ruhige“ Effekt darum leider nicht sehr auffällig ist. Trotzdem ist die Idee gut und das Lenkrad an sich hält brav still.

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Das ALC-System (Active Lane Control) hat Infiniti selbst immer wieder herausgestellt. Es versucht sozusagen den Gravitationspunkt einer Strecke auszumachen und hält den Wagen ab einem Tempo von 70 km/h mittig in der Fahrbahn. Sollte die Mitte einmal verlassen werden, lenkt das System automatisch dagegen und – und das ist das Schöne daran – steuert ihn zur Fahrbahnmitte zurück – nicht weiter nach links! Dadurch kann der Fahrer (theoretisch) die Hände vom Lenkrad nehmen und sich zurücklehnen. Doch ist das förderlich? Sicherlich nicht. Lässt man die am Hände Lenkrad, ist der Effekt des Systems also an sich geschmälert und es wirkt lediglich noch wie ein herkömmlicher Fahrspurassistent.

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Das dritte und meiner Meinung nach auffälligste System ist das DAS (Direct Adaptive Steering). Es unterstützt die Lenkung elektronisch und erleichtert das Lenken ungemein und personalisiert es auf Wunsch. Der Effekt ist auf die erste Fahrt hin vielleicht nicht extrem, aber vergleicht man diese neue Lenkunterstützung mit einer nicht vorhandenen, ist der Unterschied deutlich zu spüren: Die Lenkbewegungen werden auf Wunsch (und Einstellung) kürzer und direkter. Ich kann mir denken, dass besonders ältere Personen und unter Rückenproblemen leidende das sehr erfreut!

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Das Fahrgefühl des Q50 hängt natürlich auch vom Motor ab.

Die 2,2-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor-Variante mit 170 PS von Mercedes bietet Langstrecken-Komfort bei einem Verbrauch von angegebenen 4,4 Litern. Sanft schwebt der Q50 daher. Nur selten hört man das Diesel-Grummeln des Q50 zu einem Preis von 37 500 Euro.

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Das Hybrid-Modell ist mir persönlich jedoch deutlich mehr ins Auge gestochen. Mit satten 364 PS kann man gut Spaß haben! Das hört sich doch schon mehr nach meinem Geschmack an. Viel Kraft steckt hinter dem Hybrid mit Direct-Response-Technologie, doch trotzdem ist das Fahrgefühl bei normalen Fahrten (6,2 Liter auf 100km) gleitend und der Kleine surrt gemütlich vor sich. Wenn man will, kann man das jedoch schnell ändern und den Q50 ganz einfach und mit Vergnügen mit dem Gaspedal aufscheuchen! Der ganze Spaß kostet dann ab 51 806 Euro

Insgesamt ist der Q50 von Infiniti ein gutes Fahrzeug, das auch Hybridskeptiker aus ihren Höhlen locken kann. Als reines „Frauenauto“ ist er nicht zu bezeichnen, denn allein schon die  PS-Zahl beim Hybrid, sollte auch Männerherzen ansprechen. Und nicht zu vergessen: Sebastian Vettel hat diesem Fahrzeug seinen Segen gegeben! Ist das nicht verlockend?

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Weitere Berichte zum Infinti Q50 findet ihr auf Motoreport und Mein Auto Blog.

Text: Larissa Rutkowski

Fotos: Larissa Rutkowski

3 Gedanken zu “Angetestet: Der neue Infiniti Q50 und Q50 S

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