Lecker frisch gepresste Limo: Audi A3 Limousine angefasst

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Kraftvoll im Stand, selbstbewusst und auch ein wenig Hipster. Die neue Audi A3 Limousine ist nicht nur einfach ein langgezogener Hatchback, vielmehr eine fast vollstände Design-Neuentwicklung mit Audi Merkmalen in jeder Sicke und Linie. Eine Ausfahrt mit dem (noch) stärksten quattro getriebenen 180 PS Benziner durch das Umland von Budapest.

Genau vier Elemente hat die Limousine mit dem Klassiker der Kompaktklasse gemein, der 20 % des gesamten Audi Umsatzes ausmacht: der Grill, die Außenspiegel, sowie Scheinwerfer und Türgriffe. Alles Weitere ist komplett neu und in perfektem Einklang miteinander. Dany Garard, Designer bei Audi und einer der Hauptverantwortlichen für die A3 Limousine, beschreibt die Außenhülle mit den Worten „raffinierte Sportlichkeit“ sowie die einzelnen Flächen, die durch die Designlinien getrennt werden als „gespannt und präzise“. Fast schon wie es in Ingenieursstudiengängen gelehrt wird, werden die Flächen, die von Tornardolinie und Dynamic Line getrennt werden, beschrieben. Ob die Fläche wohl eine selbstragende Konstruktion wäre?

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Weiter zu den Radhäusern, die „radorientiert“ gestaltet wurde, kräftig und mächtig sollen diese schon im Stand wirken. Und das tun sie, zumindest wenn die deftigen 19 Zöller hier Platz finden. Mit einer kleineren Rad-Reifen-Kombination verliert sich diese Stärke im Ausdruck wieder. Die Tornardolinie, „ein alter Hut“, wie Kollege Lehman während der Präsentation anmerkte, trennt bei der Limousine die Proportionen ein zu zwei Drittel auf. Auch ist sie viel stärker ausgeprägt als bei den Kompakten A3 Brüdern. Nicht nur eine Auftrennung findet somit statt, sondern ein Spiel von Licht und Schatten unterhalb dieser Linie. Den Gegenpart bildet die Dynamic Line, die sich zwischen die beiden Radhäuser spannt, dabei die Reflexionen der oberen Trennlinie widerspiegelt. Diese Art des Designs findet sich auch beim A3 und A3 Sportback, doch nicht im Geringsten so kräftig und präzise, wie bei der Limousine.

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Der „Maßanzug“ spart sich das Highlight für den Abschluss, das Heck. Dany Garard betont nochmals das zum Grill eingangs erwähnte Ziel, „so breit und flach wie möglich“, soll nicht nur der Singleframe Grill sein, sondern eben auch die Heckpartie. Flache und breite LED-Rückleuchten ziehen da den Fokus auf sich, eine minimale Abrisskante auf dem kurzen Kofferraumdeckel verstärkt den Eindruck des in die Breite „ziehenden“ Hecks. Raffiniert eingebunden findet sich auch hier wieder das Spiel von Licht und Schatten, mit einem Knick oberhalb der vier Ringe, der in einer Wölbung in die Tornardolinie übergeht.

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Dass die A3 Limousine völlig eigenständig in einen neuen Markt eindringen will bestätigen die nackten Zahlen, bei gleichem Radstand wie der A3 Sportback (2,64 Meter) weist er in der Länge exakt 15 Zentimeter mehr auf (4,46 Meter). Zur nächstgrößeren Option dem Audi A4 fehlen ihm wiederum ganze 24 Zentimeter. Das „Mehr“ gegenüber dem Hatchback findet sich vor allem im Kofferraum und geringfügig auf der hinteren Sitzbank. 425 Liter Ladevolumen sind es, bei umgeklappter Rückbank 880 Liter. Die Kniefreiheit ist größer als in den Kompakten, dafür leidet die Kopffreiheit alleine auf Grund des Designs ein wenig. Bei verschiedenen Personen von 1,75 m bis 1,85 m Körpergröße war von Freiheit nicht mehr viel zu spüren. Ich persönlich, mit 1,78 m Körpergröße, bekam noch meine Handfläche zwischen Kopf und Dachhimmel. – Jan hingegen hat hier die Kopffreiheit gelobt und die beengten Kniee bemängelt.

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Im wachsenden Markt der Kompaktlimousinen sieht Audi vor allem die USA und China als den boomenden Markt, und tritt zumindest in den USA mit stärkeren Motoren an. Der gefahrene 1.8 TFSI bringt durch einen Overboost in den Staaten 190 statt 180 PS. Dazu kommt dort der große 2.0 TDI mit 150 PS in den Verkauf. Mehr als ausreichend sind die 180 PS im quattro allemal, flott über die Landstraße ist überhaupt kein Problem, bei der schnellen Gangart sollte dennoch im Idealfall zum S-Sportfahrwerk gegriffen werden, das „normale“ Sportfahrwerk ist doch mehr auf Komfort als auf pure Sportlichkeit abgestimmt. Der Antritt des Vierzylinder ist ordentlich, im oberen Drehzahlbereich ist der Funfaktor deutlich höher als bei niedrigen Drehzahlen. Denn egal ob handgeschaltet oder mit Sechsgang-S-tronic die 250 Newtonmeter Drehmoment fühlen sich nach weniger an, auch wenn sie schon ab 1.250 U/min anstehen sollen. Vom reinen Empfinden ist es weniger und später, was sich besonders beim Sechsgangschalter bemerkbar gemacht hat, bei niederen Touren war er überhaupt kein Freund von Gasstößen, erst ein Gangwechsel vollbrachte wieder den gewünschten Vortrieb.

Fährt die Kompaktlimousine allen davon?

Fährt die Kompaktlimousine allen davon?

Starten wird die A3 Limousine in Deutschland ab September 2013 zu einem Basispreis von 24.300 Euro für den 1.4 TFSI mit 125 PS. Die misanorote Ausgabe mit fast allem Schnickschnack, quattro-Antrieb und 180 Turbo-PS bringt es auf über das doppelte und kostet in dieser Ausstattung 51.030 Euro, dabei fehlt da noch das Panorama-Glasdach (950 Euro), welches sich vorzüglich in das Design einfügen würde. Später folgen noch weitere Motoren und ebenso die mit Spannung erwartete S3 Limousine, 300 PS und Platz für vier Erwachsene mit Reisegepäck.

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Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner