Es ecoboostet sehr: Probefahrt im Ford Kuga der zweiten Generation

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Das SUV Thema ist weiterhin eine Sache für sich, die Städte quillen über vor hochbeinigen Kompaktwagen, so wird auch der Ford Kuga in der zweiten Generation bald das Städtebild prägen. Zu moderaten Einstiegspreisen ab 20.990 Euro lockt der Kölner auf Focus-Basis mit mehr Platz, attraktiverem Design und besseren Motoren als sein Vorgänger.

Der Einstige, bequem, ein wenig nach oben muss ich mich dann doch fast schon mühen, um in den knapp 1,70 Meter hohen Focus einzusteigen. Doch halt, die zwei Teilen sich nur die Plattform, der Kuga ist nicht nur von außen deutlich gewachsen, auch im Innenraum gibts es deutlich mehr Schulterfreiheit. Ausreichend Platz zur Beifahrerin, sollte diese auf Abstand gehen wollen, fehlt eigentlich nur noch eine Trennscheibe. Auch auf der hinteren Sitzreihe können die Bälger ausgelassen toben, hat doch jeder seinen eigenen Sitz, der problemlos flach gemacht werden kann, wodurch sich eine wunderbar ebene Ladefläche ergibt. Gegangen sind sie, die verwunderlichen Rundungen, des Vorgängers. Etwas klobig erscheint das Heck nun auf den ersten Blick, doch es gefällt.

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Vor allem ergibt sich dadurch für ein Kompakt-SUV dieser Klasse ordentlich Stauraum, der durch die riesige Klappe auch zugänglich ist. Wie oft erleben wir es derzeit, dass Design vor der Funktion steht und ein Kofferraum zwar vorhanden ist, der Zugang zu ihm aber eine Zirkusartisten-Ausbildung erfordert. Bis zur Gepäckraumabdeckung (also gerade einmal die Hälfte des Kofferraums) sind so 481 Liter Ladevolumen vorhanden. Bei umgeklappter Rückbank sind es bis zum Dachhimmel 1.653 Liter. Ausreichend!

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Das erstmalige Anfahren war wie immer bei Ford-Modellen ein wenig mit Komplikationen verbunden, da das Kupplungspedal schlichtweg auch einfach weggelassen werden könnte. Gezielt den Schleifpunkt finden? Fast unmöglich. Als Elternteil eines frischgebackenen Fahranfängers sollte der Kuga eventuell nicht gleich herausgegeben werden. Was dann jedoch folgt ist eine positive Überraschung. Ohne das Datenblatt zu kennen vermute ich die große Benzinmotorisierung unter der Haube. Ein kurzer Check nach der Fahrt ergab, es war der kleine, der süße mit 1,6 Litern Hubraum. Ecoboost, ich ziehe den Hut vor dir. Diese 150 PS sind nicht gerade gewaltig, aber wie diese paar Pferdchen die 1,6 Tonnen (ohne Sonderausstattung – also im Titanium Fall noch etwas mehr) bewegen, war unerwartet gut. Die Geräuschkulisse ist für meine Ohren ideal gehalten, nicht zu laut aber auch nicht zu leise, selbst wenn der Vierzylinder auf Touren gebracht wird, hört es sich nicht blechern oder irgendwie komisch ungemütlich an. Die Motorcharakteristik passt perfekt zum Auto – auch Mario Lehmann bestätigt den positiven Ersteindruck des Motors.

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Angegeben ist der Einstiegsbenziner mit 6,6 Litern auf 100 Kilometern, die konnte ich nicht ganz bestätigen, ich war dann doch über sieben Litern. Bei der Angriffsfläche eines Einbauschranks ist das jedoch noch immer zu verkraften. Dass er dabei auch noch DAS sicherste SUV seiner Klasse ist und im NCAP Crashtest laut Ford neue Bestmarken gesetzt hat bestätigt auch die hohen Vorverkaufszahlen von 4.700 Vorbestellungen. Sicher sein, gute Übersicht haben und genug Platz für die Kids und deren Sportausrüstung. Doch kein Auto ohne Mankos. Die Übersicht nach vorne ist überdurchschnittlich gut, nach hinten jedoch wird es extrem schwierig. Die breite Verkleidung an der Kofferraumklappe stellt so manchen Toten Winkel noch in den Schatten, da verschwinden mehr als nur zwei, drei Kinder drin. Eine Rückfahrkamera wäre wünschenswert, aber selbst dann würde kein Mensch darauf etwas erkennen, da Ford es nicht schafft in Sachen Entertainment nachzubessern.

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Das Sony Radio-Navigationssystem ist nicht nur in Sachen Qualität und Benutzerfreundlichkeit um Lichtjahre zurück, besonders das Mäusekino in der Mittelkonsole ist mir ein Dorn im Auge. Ford Sync mag so viele Vorteile haben, aber das auf einem Bildschirm zu betrachten, dem ich noch eine Lupe vorschnallen muss, unzureichend. Das geht besser, das kann die Konkurrenz besser und nur die Kölner hängen hier mit der „One Ford“-Strategie noch hinterher. Vielleicht sollte der amerikanische Mutterkonzern dem Escape (Schwestermodell aus den USA) diesem eine neue Mittelkonsole verpassen, dann darf auch der Kuga vollends glänzen. Der hohe Nutzwert und der durchzugsstarke Motor haben besseres verdient.

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner

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