Ultimate Adrenalin Experience: Bridgestone Potenza Adrenalin RE002 im Test

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Obwohl Malaga auf meinem Ticket steht und ich mich innerlich schon auf warme Temperaturen bei strahlend blauem Himmel eingestellt habe, wurde meine Erwartung nicht erfüllt. Das Quecksilber müht sich ab bis auf 16° Höchsttemperatur zu klettern – und das lediglich am Anreisetag. Der Test des auf sportliche Fahrweise ausgelegt Adrenalin-Pneu von Bridgestone (Offizielle Artikelbezeichnung: Potenza Adrenalin RE002), der vor allem durch sein griffiges und mittelweiches Profil für ordentlich Grip sorgen soll, schien gefährdet als schon am Abend die ersten Tropfen fielen.

12 Stunden später schien sich die dichte Wolkendecke über dem Ascari Race Resort fest zu zurren. Es kam wie es kommen musste, es regnete in Dauerschleife, bevor wir überhaupt die ersten Reifen der Potenza-Serie erhaschen konnte, waren wir schon so nass, dass man hätte meinen können, man würde sich nur in der eigenen Dusche bewegen.

Bedingt durch die widrigen Wetterbedingungen konnten wir schon direkt den Test auf trockener Fahrbahn abschreiben. Doch der Regen kam uns gerade gelegen, so musste sich der RE002 unter Aqua Planing beweisen und wie er das tat.

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Obgleich ein Test unter optimalen Bedingungen noch aussteht, konnte mich der Schluppen, der sich vor allem im Alltag als Kompromiss aus Tourer-Qualitäten und sportlicher Griffig- und Kontrollierbarkeit versteht, bei nassen Bedingungen überzeugen.

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Die technisch anspruchsvolle Rennstrecke gab viel her, so dass der für den Ersatzmarkt produzierte Adrenalin unter verschiedenen Gesichtspunkten auf seine Stärken und Schwächen getestet werden konnte. Lastwechsel, dank rasanten Kurvenkombinationen waren kein Problem, und zeigten bis zu welchem Grad der Potenza Adrenalin mit dem großen Bruder, dem S001 mithalten kann. In lang gezogenen Kurven wird klar, dass der recht günstige Premiumreifen ordentliche Haftung beschert. Das Einlenkverhalten verbessert sich zudem drastisch und wirkt insgesamt präziser. Die Außenblöcke zwischen Schulter und ersten Rippe im Profil ermöglichen eine direktere Reaktion des Fahrzeugs auf die Lenkbewegung des Fahrers was gleichzeitig bedeutet, dass der Einlenkwinkel bei gleicher Geschwindigkeit ebenfalls ein klein wenig vergrößert werden kann. Eine 3D-Verbindung beugt der Verformung der Blöcke vor.

Zu loben ist wirklich der gutmütige Charakter des Reifens. Er lässt viel Zeit um in Grenzsituationen reagieren zu können und kündigt dies auch früh genug akustisch an.

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In einem Gespräch mit dem Ambassador für das Produkt konnte ich auch klar stellen, dass der Adrenalin ausgiebig nach japanischem Vorbild bis zum kompletten Gummiverzehr, worunter auch die entsprechenden „leidende“ Testfahrzeuge jedes mal für einige Mechaniker-Stellen auf dem Entwicklungszentrum in Rom sorgen, geprügelt und gequält wurde. Der japanische Konzern war auch erst mit der Entwicklung zufrieden als der RE002 soweit mit dem UHP-Vorbild, dem S001, bis zu Geschwindigkeiten um ca. 100 km/h mithalten konnte.

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Beeindruckend war der Vergleich mit dem Turanza – im Slalom merkte man kaum ein „Aufschwimmen“ im Gegensatz zum normalen Straßenreifen. Der erhöhte Grip ist wirklich bei Nässe Gold wert und deutlich spürbar. Bridgestone hat um die Bodenhaftung auch bei starkem Niederschlag aufrecht zu halten die sogenannten Pulsrillen eingeführt. Zu sehen sind diese in Mitte – die Technik dahinter ist relativ simpel. Der Wasserfilm wird durch die kleinen Pinne innerhalb der Ausbuchtungen der Rillen (leider nicht sichtbar) aufgebrochen und so schneller über die Seitenfläche abgeführt, wodurch die Aufstandsflächen länger den Untergrund greifen können, da das Wasser abgeführt wird bevor es unter den Reifen gelangt. Zum anderen wird durch diesen Split das vom Reifen ebenfalls nach hinten aus den Rillen beschleunigte Wasser weitaus schneller verteilt. Und wenn ich euch sage, dass wir wirklich mit für die Region untypischem Niederschlag Ende März zurechtkommen mussten, untertreibe ich nicht.

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Trotz oder besser gesagt wegen des funktionalen Profildesigns, welches eben durch die asymmetrischen Rillen und große Polymerblöcke auffällt, macht der RE002 auch schon in der äußeren Erscheinung mächtig was her. Und seien wir hier mal ehrlich, selbst eine schöne Reifenarchitektur lässt selbst den Kleinwagen mit großer Bodenfreiheit um einiges mehr dynamisch wirken und das alleine schon im Stand.

66_BSAdrenalinMeist ist es so, dass sich vor allem viele junge Fahrer einen Reifen aufgrund des Preises oder Designs aussuchen. Ich möchte euch aber darum bitten euch entsprechende Vergleichstests für die auf euer Fahrzeug- und Felgentyp passenden Pneus für eine Kaufentscheidung zu Rate zu ziehen. Meine Erfahrung mit dem Bridgestone Potenza Adrenalin RE002 ist sehr positiv und das dadurch „mehr“ an Leistung die man alleine aus einem Alltagsauto kitzeln kann beachtlich. Allerdings würde ich persönlich jedem, der einen Sportwagen besitzt zum S001 bzw. RE050A raten, der vor allem bei Petrolheads Anklang findet und ebenfalls auch bei höheren Geschwindigkeiten weiterhin für eine gute Beherrschung des Untersatzes sorgt.

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Der RE002 ist seit Januar auf dem Markt verfügbar. Er wird aktuell in Größen von 15 bis 18 Zoll angeboten bis zu einer Reifenbreite von 245 mm. Das von Bridgestone gesammelte Feedback und auch einige Diskussionsrunden stoßen den Reifenhersteller an über eine Ausweitung bis auf 19“ zu denken. Mehr Informationen findet ihr auf der Produktseite von Bridgestone.

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Fotos: Bridgestone