Audi MMI touch getestet: Technischer Hochgenuss in der Kompaktklasse

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Der Audi Roadtrip war für mich nicht nur in einer Hinsicht interessant, viel mehr konnte ich auf dem Beifahrersitz zum ersten Mal das MMI sowie das Touchwheel testen. So viel sich andere Hersteller auch mit den Infotainmentlösungen schmücken, aktuell kommt meiner Meinung (vor allem in der Kompaktklasse) keiner gegen MMI touch im Audi A3 an.

Für 2.725,00 Euro in der Aufpreisliste des Audi A3 gibt es ein 7 Zoll großes Navigationssystem mit herausfahrendem Bildschirm, der auch das MMI touch sowie die Audi connect Dienste beinhaltet. Über vier Knöpfe direkt um das Wahlrad angeordnet lässt sich die Navigation durch die Menüs blitzschnell auch ohne einen Blick auf das Wahlrad bewältigen. Der enorme Vorteil gegenüber eines Touchdisplays, wo zusätzlich die Hand-Augen-Koordination gefordert ist und so eine Eingabe während dem Fahren zur echten Mutprobe wird. Die Hand weiß schon nach relativ kurzer Zeit intuitiv, wie die Menüknöpfe in der Mittelkonsole aufgebaut sind, sodass lediglich die Augen noch kurz von der Straße abgewendet werden müssen, um die Eingabe auf dem Bildschirm zu überprüfen. Wem dies gar nicht liegt, der nimmt einfach die Sprachsteuerung „zur Hand“, die sich wirklich hören lassen kann. Selbst undeutliche Ansagen werden blitzschnell verarbeitet und die errechneten Möglichkeiten zur Auswahl auf dem Bildschirm dargestellt. Mit Stand Frühjahr 2012, besser als die neue Konkurrenz!

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Wo wir schon bei „was kann der Audi besser als die Konkurrenz“ sind, er kann iPhone 5 und zwar schon jetzt! Zwar benötigt ein Apple Benutzer hierfür aktuell noch den Adapter von CDMA auf den neuen Lightning Connector, doch es funktioniert in vollem Umfang. Laut aktuellen Auskünften bei Audi kommt das neue AMI-Kabel (Audi Kabel für den Media Interface Anschluss) für das iPhone 5 im August 2013, was nicht nur eine deutlichere Angabe als bei der Konkurrenz aus Stuttgart ist, dafür auch noch ein früherer Zeitpunkt.

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An welchem Punkt der A3 aber alle seine Konkurrenten hinter sich lässt, ist das MMI touch, welches eine berührungsempfindliche Oberfläche auf dem Wahldrehrad besitzt. Darüber können ganz intuitiv Eingaben mit den Fingern gemacht werden. Einfacher geht es wirklich nicht mehr. Schreiben im Auto mit den Fingern. Warum ist da noch keiner früher darauf gekommen? Die Eingabe ist möglich, sobald eine Adresse oder ähnliches eingegeben werden kann. Eventuell ist die Sprachsteuerung schneller, aber die macht nicht annährend so viel Spaß. Wie zu frühesten Kindergartenzeiten, zwar nicht mehr mit der Fingermalfarbe, aber auf einem ähnlichen Level der kindlichen Freude, funktioniert die gewischte Eingabe, die auch Groß- und Kleinschreibung unterscheiden kann. Hat man den Dreh einmal raus, ist schnell die eine oder andere SMS an die Teamkollegen auf der Strecke raus.

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Genauso kann über das MMI touch aber auch die Online Suche benutzt werden, einfach das gewünschte Ziel selber schreiben (oder Ansagen) und das MMI wirft blitzschnell (bei entsprechender Datenverbindung) die möglichen Ergebnisse an Zielen aus. Anwählen und es wird direkt navigiert. Die Bedienung könnte nicht einfacher sein und geht einmal etwas daneben, einfach ein kurzer Wisch nach links und die letzte Eingabe wird gelöscht. Ein Wisch nach rechts ist übrigens das Leerzeichen. Die Audi connect Dienste, die wie sich herausgestellt hat noch einige Updates benötigen, bis die Integration der Sozialen Netzwerke wirklich viel Sinn macht, benutzen ebenso die touch Eingabe und können so mit den neuesten Status-Updates etwa über die aktuelle Position, Höhe oder weitere Voreinstellungen informieren. Leider war unser Fahrzeug nicht immer ganz so connectiv, wie die Mitstreiter, bei denen die Audi connect Dienste deutlich besser funktionierten. Bei Twitter hatten allerdings alle durchweg Probleme. Hier nahm der Techniker unser Feedback auch direkt mit nach Ingolstadt, genauso wie beim Blogger Roundtable in Genf sicherlich eine neue Ideen hängen geblieben sind, die vielleicht schon bald mit den nächsten Updates umgesetzt werden.

Mehr zum Audi A3 findet ihr auch noch bei motoreport.

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner