Die dritten beißen besser: Neuer Škoda Octavia angefahren

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„Ein Auto für Kopf und Herz“, so definiert Jaroslav Mansfeld aus der Technischen Entwicklung von Škoda den neuen Octavia in der dritten Modellgeneration. Nicht nur das er gewachsen ist, er ist auch erwachsen geworden mit viel Technik und Sicherheitsfeatures, die erstmalig in einem Škoda zum Einsatz kommen und auch einen neuen Vorteil bei den Versicherungen bringen.

Das Design ist ein Spiel von „Licht und Schatten“, dass durch die stark ausgeprägte Schulterlinie nicht nur den gehobenen Anspruch des neuen Octavia unterstreicht, sondern sich auch gegenüber der breiten Masse absetzt. Vorbei die Zeiten, als die biederen Tschechen nur die günstige Alternative aus dem VAG Konzern waren, ein frisches Design, dass auf einen großgewachsenen Rapid hinweist. Bjoern wiederum meint auch das Gesicht eines alten A6-Modells wiederzuerkennen.

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Klare und starke Linien zeichnen den neuen Škoda Octavia aus, vom blitzenden Emblem auf mattem Hintergrund auf der Motorhaube, über die kristalline Formgestaltung der Seitenscheiben bis hin zu den C-Design Rückleuchten wirkt der jüngste Spross durchgestylt bis in die letzte Sicke. Dank des modularen Baukastensystems MQB fiel die Erweiterung um „eine Box“ sehr leicht; das Ergebnis ist vor allem im Innenraum zu spüren, wo Fondpassagiere nun genau so viel Platz haben, wie im aktuellen Škoda Superb. Das dabei auch noch mehr Kofferraumvolumen (590 Liter) herausgesprungen ist grenzt an einer architektonischen Meisterleistung.

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Bei Motoren und Getriebe ist es wieder der einfache Griff in das VW Regal, wobei sich der Octavia den selben mechanischen Teilen bedient wie auch der neue Golf VII. In diesem Fall eine sehr spritzige Angelegenheit der 1.8 TSI mit 180 PS (132 kW) und einem sehr spaßigem, schnell schaltbaren manuellem Sechsganggetriebe, das den Tschechen ohne weiteres bis 7.100 U/min drehen lässt. Der RS – folgt noch im Laufe dieses Jahres – lässt die Erwartungen also schon jetzt sehr hoch ansteigen. Doch zurück zu hier und heute, wo der Octavia mit der zur Einführung am 18. Februar höchsten Motorisierung (Erdgas soll ebenfalls noch folgen) die neue Mehrlenker-Hinterachse implantiert hat und damit sehr satt auf der Straße liegt. Auch bei flotter Kurvenfahrt schiebt die 1313 Kilogramm leichte Limousine nur sehr dezent über die Vorderachse weg. Besonders positiv fällt aber wirklich die neue Hinterachse auf, die noch beim Octavia II sehr hart ausgelegt war, wodurch Fondpassagiere nicht immer glücklich ausgestiegen sind, sich zudem auch über die holperige Fahrt beschwerten, was mit der neuen Generation nun ein Ende hat.

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Der Fronttriebler  zieht sauber nach vorne weg, ebenso liegt er gut in den Kurven, gibt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von einer sofort eintretenden Notsituation und selbst wenn eine solche eintreten würde ist der Fahrer durch die neue Multikollisionsbremse vor einem größeren Unfall gefreit. Auf langen Autobahnfahrten unterstützt zum ersten Mal in einem Škoda ein Radargestützer Adaptive Cruise Assistant (ACA), der vorrauschauend bremst und bis zu einer Geschwindigkeit von 170 km/h in einer Notsituation (in 4 Stufen) bis auf Null herunterbremst. Vorzüglich für ein Auto dieser attraktiven Preisklasse ist der Lane Assistant, der wie für einen kurzen Moment getestet auch völlig selbstständig fährt und erst nach 30 Sekunden den Fahrer darauf hinweist die Hände wieder an das Lenkrad zu nehmen. Dabei reagiert der Assistant keinesfalls hektisch, sondern korrigiert ganz sanft und akkurat zurück in die Fahrspur.

Der Verbrauch auf langen Strecken lässt sich damit und wohl auch aufgrund des neuen Motors auf einen Wert deutlich unter die sechs Liter senken. In unserem Fall waren es 5,4 Liter/100km.

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Die neue Allzweckwaffe. Der ganze Stolz. Kassenschlager. Zwar hat der Octavia III auch seine kleinen Macken, bspw. war durchweg bei allen Modellausführungen der rechte Stift des Verschluss etwas zu langsam, was zu klemmenden Handschuhfächern führte. Auch die Schildererkennung funktionierte nicht tadellos, doch die Kinderkrankheiten könnten im weiteren Produktionszyklus sicherlich ausgemerzt werden. Keiner ist fehlerfrei. Die neue Fahrassistenz- und Sicherheitstechnik (neu der Knieairbag vorn, Seitenairbags hinten), nicht zu vergessen der phänomenale Raumgewinn durch den längeren Radstand machen den neuen Octavia angriffslustig und sehr gefährlich. Für Opel, Ford und Co. Im VAG Konzern muss wohl keiner interne Konkurrenz fürchten, doch die strauchelnden deutschen Hersteller, die keinen Premiumanspruch verkaufen wollen, müssen den neuen Škoda  Octavia ab sofort auf der Rechnung haben.

Auch Jens bestätigt den durchweg sehr guten Eindruck der dritten Generation, Milos nennt ihn eine Alternative zu Golf und Co. Sebastian vermisst die Vorzüge der Zylinderabschaltung und adaptiven Dämpfer, gibt im Ersteindruck dennoch einen ganzen Daumen für den neuen.

Škoda  Octavia 1.8 TSI Elegance

Vierzylinder Reihen-Turbo-Motor (quer) 1.798 cm³
180 PS bei 5.100 – 6.200 U/min
250 Nm bei 1.250 – 5.000 U/min
7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h
VMax 233 km/h
Kombinierter Verbrauch 6,1 l/100km
Testverbrauch 5,4 l/100km
Modellgrundpreis: 24.190,00 Euro (Ambition)
Testwagenpreis: 37.025,00 Euro

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner

30 Gedanken zu “Die dritten beißen besser: Neuer Škoda Octavia angefahren

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    • Naja das erfordert schon eine sparsame Fahrweise, Weitblick und einen gefühlvollen Gasfuß. Möglich ist alles, liegt allerdings klar am individuellen Fahrstil 🙂

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  14. Hallo,
    Sie schreiben dass die Hinterachse angenehm weicher ausgelegt wurde als beim Octavia 2.
    Ich schließe daraus, dass es sich bei dem Testfahrzeug um das Standardfahrwerk und nicht um das optionale Sportfahrwerk handelte. Können Sie das bestätigen?

    Thomas

    • Hallo Thomas,
      der Vergleich meinerseits ist leider etwas holprig. Mit Octavia 2 ist in dem Fall der RS (mit Sportfahrwerk) gemeint, der hinten sehr hart (für Fondpassagiere) ausgelegt ist.

      Ist eine sehr gute Frage, ich bin mir aktuell auch nur zu 90% sicher, dass es das Standardfahrwerk war.

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  19. Hallo,
    wie lautet die Farbbezeichnung von dem schönen Octavia auf den Fotos? Momentan haben die im Katalog nur ein einziges Grün, es ist das Highland-Grün Metallic. Vielleicht ist es das?
    Gruß, Katja

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