Von dieser Frucht sollte man naschen – Der neue Opel ADAM

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Seit vielen Monaten versucht sich die Marke Opel in einem neuen Licht zu positionieren. Premiumqualität für die Masse, Made in Germany. So könnte man grob den Weg beschreiben. Mit einer komplett überarbeiteten Produktpalette, beginnend mit Insignia, Ampera, dem erst kürzlich vorstellten Mokka und zu guter letzte dem brandneuen ADAM, versucht Opel das biedere und negative Image abzuschütteln und die Marke neu zu positionieren. Für den ADAM wird es sogar ein In-Shop System geben, um ihn in den Autohäusern prominenter zu platzieren und von den älteren Modellen abzuheben.

Ich will nicht lügen. Auch ich habe Opel immer eher belächelt und als Minderwertig abgetan. Doch der Underdog entwickelt sich immer mehr zu einem bezahlbaren Premiumprodukt, dass in klarer Konkurrenz zu den meist überteuerten Premiumherstellern wie Audi, BMW oder Mercedes-Benz steht. Seitdem ich am vergangenen Wochenende auf Portugal den neuen Opel ADAM gefahren bin, kann ich nur sagen: Leute, setzt euch in das Auto! Denn der neue ADAM ist wirklich ein sehr guter Wurf geworden, der mit Fahrleistung, viel Technik, gehobener Qualität und seiner Individualität punkten konnte.

Fahrleistung

Zur Testfahrt stand der 1,4l Motor mit 87PS zur Verfügung. Ein Motor, der dem ADAM für seinen Einsatzzweck im urbanen Umfeld sicherlich gut steht und ausreichend ist. Negativ zu bewerten ist hier allerdings nur, dass er im unteren Drehzahlbereich etwas durchzugsschwach ist. Wenn man etwas dynamischer fahren möchte muss man also schon etwas mehr schalten, was sich dann auch in einem etwas höheren Normverbrauch niederschlug, der dann bei rund 7l/100km lag. Erhältlich sind noch ein kleinerer Motor mit 70PS sowie ein großer mit 100PS. Für die Zukunft ist noch eine Neuentwicklung mit mehr Leistung und einem 6-Gang-Getriebe geplant. Nach dem erneuten Eintritt in den Motorsport mit dem ADAM werden hier sicherlich bald auch technische Daten folgen und vielleicht ja sogar eine Sport oder OPC Variante?

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Das Fahrverhalten war durchaus sportlich und dynamisch, was sicherlich auch an dem verbauten Sportfahrwerk liegt, welches bei der Auswahl von 17 oder 18 Zoll Felgen Serienmäßig dabei ist. Insgesamt ist das Fahrwerk gut abgestimmt und beim Kreiseln blieb das Auto stets in der Spur, außer man provoziert es natürlich. Die Seitenneigung in der Kurve ist zudem auch sehr gering und er bleibt satt auf der Straße liegen. Um allen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Eine Langstrecken Limousine ist der ADAM nicht, das will er aber auch gar nicht sein!

Auch wenn’s hier nicht ganz passt. Die Sitze hätten für mich noch etwas mehr Seitenhalt vertragen können bzw. etwas stärker ausgeprägte Wangen und Flanken. Da bleibt man beim Kurven heizen etwas besser im Gestühl kleben. Aber das nur am Rande.

Technik

Der ADAM ist ein wirklicher Technologieträger, der in seiner Klasse exklusive Sachen verbaut hat, die es bei anderen Herstellern nicht gibt. Zu nennen wäre hier das FlexFix Fahrradträgersystem, Lenkradheizung, einen Parkassistenten der von alleine einparkt sowie einen Toter-Winkel-Warner, der allerdings in meinem Testfahrzeug auch ab und zu mal blinkte, wenn kein Auto von hinten ankam. Aber besser einmal mehr als einmal zu wenig. Das Parksystem konnte ich in der Kürze der Zeit leider nicht testen, doch soll es laut den Kollegen zuverlässig funktionieren. Zum Toter-Winkel-Warner kann man zudem noch einwerfen, dass er sicherlich etwas abgespeckter ist als bspw. jener in Premiumfahrzeugen, der auch schon warnt wenn sich ein Auto 50 oder 100m hinter einem befindet und auch die annähernde Geschwindigkeit dessen berechnet. Für den Alltagseinsatz ist diese Lösung aber absolut ausreichend und wie gesagt für einen Kleinwagen einmalig.

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Zudem führt Opel mit dem IntelliLink Infotainmentsystem eine neue Ära der Navigationssysteme ein, die eine Symbiose mit dem Smartphone eingehen und dieses als Host für eine Navigationsanwendung namens BringGo App sowie GPS, Kompass und Lagesensor des Smartphones nutzen. Eine geniale Lösung wie ich finde, die im ADAM erstmals Einzug hält und in der Zukunft auch in die neuen Modelle implementiert werden wird. Doch mehr zu den Funktionen des IntelliLink sowie den Apps und dem Infinitiy Soundsystem auf meinem Blog IMAEDIA.DE.

Qualität

Was soll ich sagen, die Materialanmutung ist gut. Die verwendeten Materialien fühlen sich wertig an und geben einem nicht das Gefühl, dass man hier gerade in einem „günstigen“ Auto sitzt. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet und auf kleinste Details geachtet.

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Besonders gut hat mir das Tacho- bzw. Instrumentendesign gefallen und hier ins besondere der umlaufende rote Punkt, der durch die LED von der Nadel im Kranz des Tachos gespiegelt wird und dadurch einen Punkt erzeugt. Ein kleines Detail, was aber für den besonderen Eindruck sorgt.

Ebenso haben mir auch die Drehknöpfe für die Klimaanlage gefallen, die sich sehr geschmeidig drehen lassen und edel designt sich. Zudem sind die Regler mit einem netten Farbkreis unterlegt, der mir ebenfalls gut gefallen hat. Einzig negativ, wo wir gerade bei der Klimaanlage sind, mir ist aufgefallen, dass bei Regen, ja leider hat es den Freitag dauerhaft geregnet, die Scheiben vorne ständig beschlagen und man das Gebläse vorne alle paar Minuten zuschalten musste. Das Problem habe ich allerdings auch schon beim 1er BMW bemerkt, aber in meinem Golf V bspw. nicht.

Ansonsten bleibt mir echt nur positives zu berichten. Nice and Smooth. Die Tasten lassen sich gut bedienen, haben keine wackligen Druckpunkt. Es gibt keine klaffenden Spaltmaße, klappernde Teile oder sonstiges.

Individualität

That’s what it’s all about. Individualisierung! Und davon gibt es im ADAM jede Menge. Knapp 30.000 verschiedene ADAM lassen sich gestalten, sodass man auf der Straße kaum einen identischen ADAM finden wird und durch das eigene Design seine eigene Persönlichkeit ausdrücken kann. Unterteilt ist der ADAM in die drei Varianten JAM, GLAM und SLAM, die jeweils für einen Grundcharakter stehen. Trendig, Schick oder Sportlich. Hat man die Auswahl getroffen kann man aus verschiedenen Farben sowie Farbkombinationen wählen, seinen Innenraum mit austauschbaren Dekorelementen, Sternenhimmel und verschiedenen Sitzbezügen aufwerten sowie aus verschiedenen Felgen wählen. Die Auswahl ist riesig und einen Blick in den Konfigurator lohnt sich auf jeden Fall, denn die Möglichkeiten seinen ADAM zu konfigurieren und live das Ergebnis zu sehen sind grandios. Das Konzept wurde sogar soweit durchdacht, dass der Schlüssel in der jeweiligen Wagenfarbe angepasst ist oder man seinen individuellen ADAM als Navigationssymbol wählen kann.

Fazit

Starkes Stück. Was Opel hier mit dem ADAM abliefert konnte man so nicht erwarten. Der Wagen fährt sich gut, ist klasse verarbeitet und bietet in dem Segment eine Fülle an technischen Helfern und Gadgets. Das ganze „Made in Germany“, nämlich in Eisenach und zu einem Preis ab 11.500 Euro und einer schlanken Aufpreisliste machen ihn hoffentlich zu einem wahren Kassenschlager. Denn verdient hätte er es allemal.

Nur noch ein Wort am Ende. Blendet einmal eure Meinung zu Opel aus und setzt euch einfach mal in eines der aktuellen Fahrzeuge. Preis/Leistung stimmen und das negative Image der vergangenen Tage sollte vergessen sein. Freuen tue ich mich zudem ganz besonders auf das im nächsten Jahr kommende Cabrio.

Mehr von Camillo zum Opel ADAM auf imaedia.

Text: Camillo Pfeil

Bilder: Camillo Pfeil

Das haben unsere Bloggerkollegen über den neuen Opel ADAM geschrieben: