Ersteindruck Škoda Rapid: Mehr Auto braucht keiner

Skoda Rapid in Brunello Rot

Vorne Fabia, hinten Octavia. Der neue Škoda Rapid ist nicht etwa auf einer Plattform aufgebaut, sondern auf verschiedenen Modulen aus dem Konzern-Regal zusammengestellt. Vieles davon macht ihn zu „Best in Class“, wie es vor allem das Raumkonzept im Innenraum zeigt. Dabei zwar nicht von Makeln befreit, aber dennoch ein preiswertes Auto für die Familie mit dem Anspruch an ein nutzbares Alltagsauto, das wenig kostet und dafür ausreichend Sicherheit und Komfort bietet.

Beim Einstieg stellt sich ein beeindruckendes Raumgefühl ein, das vom Anblick außen so kaum zu erwarten ist. Auch die Zahlen machen deutlich, das im Rapid jeder Millimeter im Innenraum ausgenutzt wurde und so den Insassen zu Gute kommt. 972 mm Kopffreiheit auf den hinteren Sitzen ist nicht nur „Best in Class“, sondern auch mehr als für gewöhnlich bei größeren, sowie teureren Autos heutzutage geboten wird. Der Selbstversuch auf der Rückbank zeigte, hier ist richtig Platz, sowohl nach oben als auch nach vorne. Die Kniefreiheit wird im genormten Messverfahren mit 65 mm angegeben, gefühlt ist es zudem deutlich mehr als es in größeren Kompaktwagen der Fall ist. Über 550 Liter Kofferraumvolumen gibt es nichts zu argumentieren, große Klappe und viel dahinter, gegen Aufpreis auch wieder zahlreiche „simply clever“-Lösungen, wie die wechselbare Kofferraummatte (aufpreispflichtig) mit Teppich auf der einen und Gummioberfläche auf der anderen Seite. Mit seiner Breite von 1940 Millimeter inklusive der Außenspiegel, darf der Rapid ganz nebenbei erwähnt auch offiziell innerhalb von Baustellenabschnitten mit einer maximalen Spurbreite von zwei Metern überholen.

Der Startpreis für den smarten Tschechen liegt bei 13.990 Euro – in die Preisregion kann bei entsprechenden Ausstattungswünschen auch schnell ein VW up! schnellen – mit dem 1,2l MPI Dreizylinder mit 75 PS. Gefahren bin ich hingegen drei andere Modelle, zunächst den 1,6-TDI in der mittleren Ausstattung „Ambition“ für einen Preis von 20.560 Euro, was bereits deutlich über dem Einstiegspreis liegt, aber mit den 105 Diesel PS und einem hochwertigeren Innenraum auch ein gewisses „Mehr“ bietet. Klar gezeichneter Innenraum mit schwarzen Plastikoberflächen, die zwar an gewissen Kanten den niedrigen Preis erfühlen lassen, aber keinesfalls billig wirken oder aber den positiven Eindruck des Autos schmälern könnten. Der Diesel zieht gut durch, die Außenwirkung ist dennoch etwas lauter, dort nagelt der Motor dann doch kräftig, was im Innenraum glücklicherweise nicht so deutlich durchschlägt. Das Fünfganggetriebe lässt sich sauber schalten, allerdings verlangt der Rückwärtsgang Präzision beim Einlegen, auch ein sechster Gang würde dem Rapid vor allem auf der Autobahn nicht schaden, dort liegt aber auch die Schuld mehr beim Konzernregal selbst.

Helles Cockpit Skoda Rapid

Dennoch lassen sich die 1.265 Kilogramm Leergewicht spielend bewegen, im direkten Vergleich dazu der 1,2 TSI mit 86 Turbo-Benziner-PS wo ist hier der direkte vergleich?!. Die hellen Bezüge der „Elegance“ Ausstattung werten den Innenraum vor allem im Kontrast zum dunklen Armaturenbrett noch weiter auf, allerdings stellt sich auch die Frage nach der Schmutzanfälligkeit. Die Sitze lassen sich dafür aber in mehreren Richtungen einstellen, Höhenverstellung auf der Fahrerseite, der Neigungswinkel lässt sich leider nur über ein festgelegtes Raster einstellen, dafür ist das Lenkrad höhen- sowie auch längs-verstellbar. Daumen hoch dafür. Der Preis hierfür liegt aber immer noch unter der markanten 20.000 Euro Grenze, wenn auch nur knapp. So sind für den sehr gut ausgestatteten Škoda Rapid „Elegance“ nur 18.860 Euro fällig, die zusätzlichen 350 Euro für die hochwertige Climatronic sind dennoch eine empfehlenswerte Investition. Für das gut ansprechende Radio-Navigationssystem sind zudem noch weitere 990 Euro fällig. Im Benziner dem größten Diesel auf der Autobahn zu folgen, zwar machbar, doch keine einfache Aufgabe, fehlt ihm doch etwas das Drehmoment zum Diesel der Dank 250 Nm auch im fünften Gang locker wieder bei niedrigen Geschwindigkeiten davon zieht, der Benziner mit seinen 160 Nm verlangt bei zähfließendem Verkehr den Griff zum Schaltknauf.

Fünfgang-Schaltung Skoda Rapid

Den Abschluss des Testtages in Essen markierte die Topmotorisierung mit dem Siebengang-DSG und der edlen Lackierung in „Brunello-Rot“, die kleine Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel haben wir dann auch nur durch Zufall entdeckt. Ob der 1,4 TSI denn wirklich benötigt wird, ist eine ganz andere Frage, dennoch markiert der 122 PS starke Rapid preislich und leistungsbezogen die Spitze der Modellpalette. Leider fehlen dem Topmodell die Schaltpaddle am Lenkrad, doch die Tiptronic-Funktion direkt am Wahlhebel genügt den Ansprüchen des manuellen Gangwechsels völlig. Das Direktschaltgetriebe schaltet wie gewohnt noch schneller als die einschlägigen Blondinen der TV-Sender einem den letzten Nerv rauben können. Egal ob schnelle oder langsame Gangart, das DSG macht alles mit und versprüht dabei neben der flotten und zugleich auch sportlichen Gangart ein wenig Oberklassenflair. Zurücklehnen, das Getriebe machen lassen und gemütlich durch die Stadt flanieren.

Ein Anblick an den sich neben Essen ab dem 20. Oktober auch andere Städte gewöhnen können, denn zum einen passt der Rapid sowohl in fast jedes Stadtbild und zum anderen kommt der preiswerte Tscheche genau zu einer Zeit, in der doch die meisten den Euro schon zwei Mal umdrehen und genau darauf achten, wie und welche Investitionen sie tätigen. Dabei betonte Škoda vor allem eines, der Rapid ist nicht billig, sondern preiswert und dass kann ich guten Gewissens so absegnen.

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner

Mit dabei war auch Catharina, wo ihr vor allem auch Bilder aus dem RedDot Design Zentrum findet.

Was die Kollegen über den Škoda Rapid sagen:
So einfach kann praktisch sein – Škoda Rapid Ersteindruck
Škoda Rapid – “Das Klassen-Cleverle?”
Skoda Rapid – Ein echter Volkswagen
Der Skoda Rapid: einfach pfiffig
Skoda Rapid: Erster Eindruck der neuen Limousine mit großem Platzangebot und frischem Look
Der neue Skoda Rapid – Erfahrungsbericht
Ersteindruck: Nationale Präsentation des tschechischen Kompakten in Essen – Der Škoda Rapid im ersten Fahrbericht

Autoblogger testen den Skoda Rapid