Kein ganz gewöhnliches Wochenende in Paris

Jaguar XF vor Sacre Coeur in Paris

München – Stuttgart – Paris und wieder zurück. Über 1500 Kilometer, die ich aber nicht alleine bewältigt habe, nein, zusammen mit Lisa – The Car Addict – ging es nach Paris auf die Mondial de l’Automobile 2012. Ein Erlebnis, wie es wohl so schnell kein zweites geben wird.

Freitag hin, Sonntag wieder zurück – der Plan versprach mehr Aufenthalt im Jaguar XF als in Paris selbst, doch es hielt sich in etwa die Waage: 36 Stunden in Paris haben ausgereicht um so gut wie alles, was man in Paris erleben sollte in ein wenig mehr als einen Tag zu packen. Doch zuerst mussten wir nach Paris kommen, dafür hat uns Jaguar Deutschland den XF in „Crystal Blue Metallic“ zur Verfügung gestellt in dem wir nicht nur auffallen sollten eben weil es ein Jaguar ist, nein auch die Farbe selbst schien so in Paris noch kaum einer gesehen zu haben, drehende Köpfe überall, ob nun wegen uns hinter dem Steuer oder wegen dem Auto, sei es drum.

Jaguar XF irgendwo in Deutschland 50km vor der Grenze

Lisa hatte sich von München für ungefähr 15:00 Uhr angekündigt, doch wer weiß, wie schwierig es ist freitags auf der A8 die Nerven zu behalten, der kann sich schon denken, dass es nicht dabei geblieben ist. Erst gegen 17:20 Uhr fuhr Lisa vor. Die Nerven lagen schon leicht blank, daher hat sie mir direkt das Lenkrad übergeben, was für Lisa, die ja durchaus gerne Auto fährt, ein ungewöhnliches Zeichen ist. Es war keine Zeit mehr für das geplante Video als Zwischenfazit, einladen und direkt weiter, und es bahnte sich schon eine schlechte Prognose an. Die Dame in der Mittelkonsole prognostizierte eine Ankunft, die mit dem Freitag so rein gar nichts mehr zu tun gehabt hätte: 02:30 Uhr Samstagfrüh – das was alle schlimmsten Erwartungen übertroffen hat. Auch der Start auf die Autobahn Richtung Saarbrücken verhieß nichts Gutes, schon ein paar Kilometer nach der Auffahrt: Stau. Warum? Es hatten sich mal wieder zwei Fahrer ganz lieb gehabt, weswegen sie ihre Autos auf Tuchfühlung gehen ließen. Gut das wir von Felix zwei Tage zuvor den ultimativen Musik-Mix für den Roadtrip bekommen hatten. Uns konnte nichts aus der Ruhe bringen.

Nahaufnahme Jaguar XF Heck

So ging das noch bis zur französischen Grenze, dann endlich, Tempomat bei 130 km/h aktiviert und freie Fahrt gen Paris, nur drei kleine Stopps, um den französischen Privathaushalt der Autobahnen zu finanzieren, aber ansonsten keine weiteren Probleme. Die Prognose zur Ankunft sah auch wieder etwas besser aus, es sollte noch Freitag sein wenn wir die Stadtgrenze erreichen. Weiter brav nach Navi Richtung Hotel, doch da kamen sie schon von der rechten Seite die kleinen kurzen schnippischen Ansagen „Ich würde jetzt aber eher da rechts fahren“, ich war ja schon gewillt einen Tweet mit meinem inoffiziellen Paris Hashtag #LisaDrivesMeCrazySometimes loszuschicken, aber Autofahren und gleichzeitig das Handy in der Hand? Das kann in Frankreich teuer werden. Das Hotel in Sicht „Gut passt, los da hinten ist der Eiffelturm, gleich blinkt er, los los.“, also in bester Touri-Manier ohne Rücksicht auf Verluste noch knapp 700 Meter weiter zum Eiffelturm. Als hätten wir es geplant. Ankunft am Eiffelturm Schlag Mitternacht. Ich hatte noch gar nicht die Parkbremse richtig betätigt, da sprang Lisa schon raus und schoss die ersten Bilder.

Jaguar XF an der Champs Elysees

Da waren wir also. Paris. Durchatmen. Noch ein wenig den Eiffelturm betrachten. Etwas Ruhe einkehren lassen. Ah ne geht ja nicht, Lisa macht – wie man auch beim Einchecken sieht – Druck. Aber alles noch im Rahmen, dann schnell ab in die Koje und Energie für den folgenden Messetag sammeln. Schon den Tag davor hatten wir beschlossen zur Messe zu laufen, ob das nun eine gute Idee war lässt sich wahrlich bestreiten, mit Sicherheit aber war es die gesündeste, denn das französische Frühstück sollte es sich nicht zu lange auf den Hüften gemütlich machen. Mini-Crépes, Croissants und noch so andere Leckereien, die sich nur zu gerne breit machen. Fast drei Kilometer durch das sehr früh erwachte Paris – es ist auch um kurz nach neun Uhr einiges in den Läden los, doch auf den Gehwegen sind wir so gut wie alleine unterwegs. Die meisten quälen sich mit sichtlich gezeichneten Autos durch die Straßen, immer mal wieder schlängelt sich ein Roller oder Motorradfahrer durch die eng hintereinander fahrenden Autos. Die Pariser sind echte Meister auf dem Zweirad. „Sind wir bald da?“, frage ich immer mal wieder ungeduldig, denn Lisa navigiert mittels Karte und Navigationsapp im Smartphone. Wie auch schon am Tag davor nutzt sie als Antwort die Sprachansage der Navigation „In 900 Meter links abbiegen“ – das musste mir als Antwort wohl ausreichen. Der Gedanke „hättest doch mal lieber deine Jacke mitgenommen“ ereilt mich, denn knapp unter 10° C ist es im T-Shirt eigentlich nur in der Sonne angenehm, diese versteckt sich aber größtenteils noch hinter den Gebäuden.

Wir kommen der Messe näher und gleich wird eines klar: das wird voll heute. Da müssen die Ellenbogen seit langem mal wieder richtig arbeiten. 10:00 Uhr die Expo hat gerade erst ihre Tore geöffnet und schon eine Schlange am Eingang. Lisa flink und wendig, sucht sich ihren Weg, vorbei an den wartenden Franzosen, schlüpft ganz nach vorne durch. Ich versuche so gut es geht Schritt zu halten, immer dem gelben Shirt hinterher – was sich später noch als nützlich erweisen sollte. So war Lisa im gelben Shirt mit der roten Glitzerschrift immer, aber auch wirklich immer leicht wiederzufinden, sollten wir uns doch mal wieder an einem Stand verloren haben.

Jaguar XF vor der Sacre Coeur in Paris

Meinungsaustausch mit Kollege Thomas, Premieren, Concepte, alles das wird sich dann auch im finalen Video wiederfinden, doch die Bearbeitung wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Dann waren wir endlich auch bei Jaguar angekommen, wo Arnaud Martin, unser Ansprechpartner vor Ort, erst laut seiner Kollegen nicht zu gegen war und dann ganz plötzlich doch zu uns in die Jaguar VIP Lounge kam, und uns ganz herzlich begrüßte. In diesem Sinne auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Jaguar Deutschland, sowie Arnaud Martin und seine Kollegen, die uns am Samstagmittag umsorgt haben.

Auch den F-Type, der den E-Type beerben soll und nach einer ersten Einschätzung wohl auch kann, haben wir uns etwas genauer angeschaut. Auch die zahlreichen blitzenden Kameraapparate rund um den Jaguar Stand sind da wohl ein Indiz. Aber mehr dazu zu einem anderen Zeitpunkt. Irgendwann waren wir mit der Messe auch durch, geschlaucht, die Ellenbogen wund von den Positionskämpfen an einigen Ständen. Wieder zurück in unser Hotel, ab in den XF und durch Paris. Das Ziel die Champs-Élysées und der Kreisel um den Arc de Triomphe. Einfacher gesagt als getan, denn irgendwie war wohl mal wieder eine Parade oder sonst was auf unserem Weg sprichwörtlich im Weg. Also der Nase nach. Und zack auf einmal standen wir mitten in der Pariser Rush Hour. Wo im Normalfall drei Spuren sind, waren es plötzlich fünf. Überall Autos, Roller und Motorräder die sich noch irgendwie durchdrücken, wo eigentlich gar kein Platz mehr ist. Ab einem gewissen Punkt ging auf einer riesigen Kreuzung gar nichts mehr, nicht vor, zurück, rechts oder links. Da hat die Gendarmerie kurzerhand eingegriffen und unsere Spur links weggeleitet – wir standen auch für den Verkehrsfluss äußerst ungeschickt mitten auf der Kreuzung, aber damit waren wir nicht alleine.

Rückansicht von oben Jaguar XF

Nach weiteren fast unendlich erscheinenden Minuten im Pariser Stadtverkehr waren wir am Arc de Triomphe angekommen, dem wohl größten Kreisverkehr, den ich kenne. Spuren gibt es nicht wirklich, es müssten aber gefühlte zwölf sein. Also rein da, von ganz außen nach ganz innen in einer halben Umrundung. Wow! Hätte ich nicht gedacht, dass das wirklich so „einfach“ geht. Aber reinkommen ist deutlich einfacher als rauskommen, ich kann auch nicht wirklich erklären, wie dieser Kreisel funktioniert. Ab einem gewissen Punkt, fühlst du, wie du dich verhalten musst, schwimmst im Verkehr mit und es macht sogar Spaß. Lisa hat zudem auch alles auf Video gebannt, falls wer an meinen fahrerischen Künsten zweifeln sollte.

Und weil es so schön war sind war nach einer Umrundung um den Basilisken auch noch ein zweites Mal um den Arc herum. Autofahren in Frankreich, im Besonderen in Paris ist ganz anders als in Deutschland. Von außen betrachtet mag der Eindruck erweckt werden hier geht viel kaputt, das ist hingegen gar nicht der Fall. Jedenfalls nicht im Straßenverkehr an sich. Nur beim Parken, da gehen sie auf Konfrontation, die Franzosen. Daher wollten wir dem XF auch das nicht unbedingt zumuten, weshalb wir eine sehr berühmte Tiefgarage aufgesucht haben. Die Foch, in der sich wahre Millionenbeträge angehäuft haben. Ferraris, Lamborghinis, Rolls-Royce, selbst ein Maybach sammeln hier Staub an. Auch ein alter Jaguar XKR, der sich perfekt zum Bild mit dem XF eignete, hatte hier sein Zelt aufgeschlagen. Hätte ich die 134.000 Euro gerade übrig, hätte ich den orangefarbenen Gallardo auch direkt mit nach Hause genommen.

Alter Jaguar XKR und neuer Jaguar XF in Foch Garage Paris

Für den Abschluss, nachdem Lisa so gut wie jedes Schätzchen abgelichtet hatte, sind wir noch über die Champs-Élysées geschlendert, die auch abends noch sehr viel zu bieten hat. Teilweise sind die Showrooms sogar noch geöffnet, auf den breiten Gehwegen bilden sich riesige Trauben um einen Street Entertainer, der von seinen Zuschauern auf die „Bühne“ gejubelt werden will, fünf Meter weiter hat ein Obdachloser sein Nachtlager aufgeschlagen und die High Society läuft im Nerz-Kostüm an uns vorbei. Bunter kann das Bild von Paris kaum sein. Und endlich bekam auch mein knurrender Magen wieder etwas zu tun, bei „Le Deauville“, wo echtes französisches Flair mit an den Tisch kommt. Dazu noch die üblichen Sticheleien zwischen Lisa und mir, die auch die Amerikaner am Nebentisch zu amüsieren schienen, gleichzeitig konnte ich mich auch über die typischen amerikanischen Wünsche bezüglich der Zubereitung des Essens erfreuen. Ein köstlicher Feierabend nach etwas mehr als 36 Stunden in Paris, die bunter, aufregender und unterhaltsamer kaum hätten sein können.

Vielen Dank an Jaguar Deutschland für die Bereitstellung des Jaguar XF und die Unterstützung auf unserem Weg nach Paris zur Mondial de l’Automobile 2012.

Auch Kollege Mario-Roman Lambrecht hat die Reise nach Paris angetreten und hat dabei rund 200.000 Euro bewegt: einen Mercedes-Benz SL 63 AMG

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner

15 Gedanken zu “Kein ganz gewöhnliches Wochenende in Paris

  1. Pingback: 36 Hours in Paris – Das Video zum Paris Roadtrip mit The Car Addict Lisa > Jaguar > Autophorie.de

  2. Pingback: Mit einem Daimler nach Hamburg – Roadtrip im Mercedes-Benz SL63 AMG Part 2 - Fanaticar Magazin

  3. Pingback: AutoKarma ( box.gigold ) | Paris. Der kleine Tod des Bloggers.

  4. Pingback: Essen Motor Show 2012: Meine Highlights > Messe > Autophorie.de

  5. Pingback: Vierzylinder im Jaguar F-TYPE Coupé? > Jaguar > Autophorie.de

  6. Pingback: Autofahren in Frankreich: meine sieben Grundregeln > Allgemein > Autophorie.de

  7. Pingback: Schnell und sparsam nach Genf: Audi Efficiency Road Trip #AudiRT13 > Events > Autophorie.de

  8. Pingback: Jaguar XS Erlkönig bei Wintertest in Schweden entdeckt > News > Erlkönig, Jaguar XS, Mittelklasse, Schweden > Autophorie.de

  9. Pingback: Jaguar XE: So könnte die Mittelklasse-Limousine aussehen > News > Audi A4, BMW 3er, Jaguar Ingenium, Jaguar XE, Mittelklasse > Autophorie.de

  10. Pingback: Komplett neuer Jaguar XF kommt noch 2015 > News > 2015 jaguar XF, Jaguar Ingenium, Jaguar XE, Jaguar XF, Jaguar XF SVR, New York Auto Show > Autophorie.de

  11. Pingback: Blogger Auto Awards 2013: Wir haben gewählt - Autophorie.deAutophorie.de

Kommentar verfassen