Hinter den Kulissen des smart forstars Foto-Shooting

smart forstars Behind the Scenes Making of

„Willst du dich mal reinsetzen?“, fragt mich der Entwicklungsingenieur von Daimler, „du wärst dann die vierte Person die Platz nimmt.“ Doch es dreht sich hier nicht nur um das bloße Probesitzen eines Testwagens, nein, sondern das Showcar smart forstars, welches in Paris Premiere feiern wird.

Im Rahmen des Foto-Shootings zum Showcar smart forstars, dass in zwei Wochen auf der Paris Motor Show offiziell der Öffentlichkeit präsentiert wird, hat mir smart angeboten, ein paar Minuten für mich einzuräumen, sodass ich bei dem Foto-Shooting dabei sein könnte. Dabei wurde mir noch kurz vor dem Shooting eröffnet, dass ich mir den ersten Spot aussuchen dürfte. Wo also würde ich gerne das Showcar für meine Fotos hingestellt bekommen. Im Normalfall muss ich die Wagen selber ausrichten und mehrmals von außen schauen, ob es so passen könnte, doch hier konnte ich das Auto von außen dirigieren, allerdings hat sich bemerkbar gemacht, dass ich normalerweise hinter dem Steuer sitze, denn im ersten Anlauf hat es nicht ganz gepasst. Doch im zweiten dann, stand er wie eine eins.

smart forstars rollt vom Anhänger Making of

Vorher aber musste das Einzelstück vom Trailer rollen, bzw. surren, denn im Showcar kommt der 60 kW starke Elektromotor aus dem von Brabus veredeltem smart ed zum Einsatz. Der Anhänger öffnete sich. Nun mir wurde vorher schon etwas erläutert, wie das Showcar aussieht und wie es aufgebaut ist, doch das, was sich in diesem unscheinbaren grauen Trailer zeigte, hatte ich nicht erwartet. Was da nun elektrisch lautlos herausrollte war mehr ein tiefergelegter smart fortwo der etwas gestreckt wurde. Die Coupé-Linie ist nun doch sehr flach und kurz, trotzdem hat das Showcar einen deutlich erkennbar längeren Radstand und dadurch auch enorm viel Stauraum unter dem Panorama-Glas-Dach-Kofferraumdeckel. Was mir zuerst aufgefallen ist, gleich neben der sommerlichen schimmernden Lackierung namens Alu Beam Rouge, sind die extrem riesigen Felgen.

smart forstars Graffiti

21 Zoll auf einem smart befestigt mit einer einzigen Schraube im Formel 1-Stil, versteckt unter einer smart Blende. Und unser eins muss sich bei der Rennleitung in Grün oder Blau eine Standpauke anhören, dass die 20 Zoll Felgen nicht auf den Polo gehören. Verwirrt war ich schon etwas, einen smart auf 21 Zöllern zu sehen, aber ich muss sagen, es steht dem Showcar unglaublich gut. Ganz genau sind es übrigens Michelin Sportreifen der Größe 245/35 ZR21, die auf den mattglänzenden Dreispeichen-Felgen montiert sind. Später wurde ich auch noch danach gefragt, was geändert werden müsste, damit ich einen Kauf in Erwägung ziehen würde. Die harte und sehr simpel gehaltene Antwort: Nichts, ich würde ihn auch so nehmen – abgesehen von kleinen Änderungen im Innenraum, dazu später mehr.

smart forstars Dose im Rücklicht

Abgesehen von den riesigen aber zugleich Ultra geilen Felgen, hat das Showcar auch noch weitere äußere Highlights, wie etwa einen Dosenhalter im hinteren linken Rücklicht – ob das nun wirklich nötig ist oder nicht, muss jeder für sich entscheiden, ich würde es nicht wollen auch wenn du damit wohl der King auf jedem Parkplatz-Treffen wärst, weil wer kann schon eine Dose aus dem Rücklicht zaubern? Aber der Höhepunkt überhaupt ist ganz klar der Beamer! Wo andere eine Lufthutze haben, hat der smart forstars einen Beamer eingebaut, für spontane Filmvorführungen, wo auch immer du willst. Über ein Bluetooth-Modul kann das Smartphone mit dem Apfel auf dem Rücken angeschlossen werden und die Freilicht-Filmnacht kann beginnen. Die Soundanlage soll wohl zum niederknien sein, angesichts der verbauten Technik lässt sich das auch nur schwer wiederlegen. Zwei Hochtöner direkt hinter den Lauschern verbaut, eine Bassbox unter dem Beifahrersitz und Mitteltöner, die sowohl den Innenraum beschallen als, durch die Membran im Seitenteil, auch die Außenwelt. Eine kleine Entertainmentmaschine.

smart forstars Beam in der Front

Es gab viel zu entdecken, auch wenn mir bewusst war, dass es ein wenig ein Spiel auf Zeit war – immerhin sollte der Fotograf noch die endgültigen Bilder schießen – habe ich mir die Zeit genommen mir so gut wie jede Ecke etwas genauer anzusehen und was mir gefiel mit der Kamera festzuhalten. Nach circa 20 Minuten, in denen ich mehrmals um das Showcar herumgelaufen war, hatte ich dann genug Bilder von außen und beäugte immer mal wieder den Innenraum. „Soll ich ihn dir mal aufmachen“, die Frage, auf die ich gewartet hatte. Nachdem die Schonbezüge entfernt waren durfte ich weiterknipsen, für mich schon mehr als genug. Ein noch geheimes Showcar gesehen, näher beäugen können und dann auch noch Fotos zu machen, was will man mehr. Doch der Entwicklungsingenieur von Daimler hatte noch ein Ass im Ärmel: „Willst du dich mal reinsetzen?“ – Wie antwortet man bitte auf solch‘ eine Frage? Ohne großes Gesabber habe ich es mit einem kurzen „ja“ beantwortet, die Schuhe abgeklopft und auf Samtpfoten Platz genommen. Jetzt bloß keinen Kratzer machen. Mach jetzt kein Scheiß Jung. Die üblichen Gedanken eben, die dir durch den Kopf sausen, wenn du gerade in einem von deiner Versicherung wohl kaum bezahlbarem Einzelstück sitzt.

Fabian im smart forstars Showcar Paris 2012

Ich bin ja nun schon einiges gefahren, aber in einem Auto zu sitzen, das eine Limitierung von der Stückzahl eins hat, ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Wie sitzt es sich in einem Showcar? Nun der Schalensitz wäre nicht meine Wunschbestuhlung, wenn es denn zur Serienreife genügt, irgendwie war es ein komisches Gefühl, aber die wechselbaren Bezüge geben dem Innenraum schon das gewisse Extra – aber bitte nicht in Pink. Der Sitz ist sehr tief positioniert, ähnlich wie in einem Rennwagen, sodass die Linie, die die Beine zu den Pedalen bilden fast waagrecht ist. Alles andere ist sehr extravagant, sehr edles weißes Leder, ein Lenkrad wie aus einem Flugzeugcockpit und elektronische Anzeigen.  Die weiß sowie orange lackierten Oberflächen fühlen sich sehr hochwertig an. Die digitale Anzeige in der Tachoeinheit macht die Mittelkonsole überflüssig, alles wird im Wechsel – jedenfalls aktuell als Showeffekt – im mittleren Display dargestellt. Das Lenkrad verfestigt das Gefühl in einem Flugzeugcockpit zu sitzen, auch der Schaltknauf wirkt irgendwie, als wäre er für den Warpantrieb zuständig. Ein ganz kleines Detail ist mir erst zum Schluss aufgefallen, das Showcar ist wie bereits erwähnt stark auf den Smartphone-Nutzer ausgelegt, so ist auch der Innenspiegel einem ganz bestimmtem Smartphone nachempfunden – dieser funktioniert nebenbei erwähnt ganz konventionell über ein Spiegelglas.

smart forstars Tachoeinheit Showcar

Alles ist sehr einfach, aufgeräumt, übersichtlich gehalten. Die Art von Design, die mir am besten gefällt ohne viel Schnick Schnack. Das Design ist so klar, dass ich nicht einmal den Türgriff im Innenraum gefunden habe. Ich musste wieder von außen „befreit“ werden, gerne hätte ich auch kurz den Schlüssel gedreht und wäre zu einer kurzen Runde verschwunden, aber da war ja noch das Fotografen Team, dass im Gegensatz zu mir echte Arbeit zu verrichten hatte. Später wurden mir auch noch die Türgriffe, die ich von Innen nicht gefunden hatte, gezeigt,, die quasi im Design verschwinden, denn sie sind mit in der Türverkleidung integriert und sitzen auf der Lüftung, die in Turbinenform daher kommt.

smart forstars Fotograf und Graffiti

Noch ein kurzer Blick auf die Mechanik des Kofferraums, der für einen smart extrem viel Stauraum bietet. Die Verwandtschaft mit dem smart for us kommt auch nicht von ungefähr, sind doch viele Elemente davon übernommen worden. Noch ein paar Detailaufnahmen, wahrscheinlich habe ich doch nicht alles auf Karte gebannt, denn es gibt viel zu entdecken, wer in Paris ist, der sollte sich die vielen Details unbedingt näher anschauen, wenn es denn möglich ist.

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner