Ersteindruck Nissan Qashqai +2: Mehr als nur „Urban proofed“

Nissan Qashqai +2 Seitenansicht

Ziemlich genau einen Monat „Pause“ hatte ich jetzt, da war es doch schon eine Freude an sich, dass wieder mal ein Testwagen vor der Tür steht. Heute bin ich schon etwas über 100 Kilometer mit dem „Urban proofed“ Nissan Qashqai +2 unterwegs gewesen und ich verstehe jetzt, warum es so einen Hype um SUVs gibt.

In knalligem Rot steht er da, der etwas größere Qashqai, mit zwei zusätzlichen Sitzen oder eben 140 Liter mehr Ladevolumen. Reinsitzen, losfahren, klingt einfach, ist es eigentlich auch, bis auf die doch sehr ungewöhnliche Variante des Keyless-Go, denn einen Startknopf an sich gibt es nicht, sondern eine Drehvorrichtung, da wo normalerweise der Schlüssel seinen Platz hat. Drehen und Zündung, der 1,6 dCi springt ohne Murren an und fällt kaum auf, sehr leise gurgelt er vor sich hin und hat sich dabei auf den rund 120 km nicht viel Diesel genehmigt. Die Tanknadel ist immer noch, da wo so zum Start auch war. Mit anderen Worten, nichts verbraucht, laut Bordanzeige sind es aber 5,5 l/100km gewesen. Ein guter Schnitt für den Mix aus Autobahn, Bundesstraße, Landstraße und Stadtfahrt.

Qashqai 1,6 dCi Schalter

Ich könnte mich glatt an das erhabene Sitzgefühl gewöhnen, immer eine phantastische Umsicht, die riesigen Seitenspiegel machen den Totenwinkel quasi nicht-existent und dann sind da noch die vier Kameras, die in der Front, in den Seitenspiegeln und dem Kofferraumdeckel versteckt sind und so bei langsamer Fahrt eine Rundumsicht ins Innere liefern. Das Display könnte gerne noch zwei bis drei Zoll größer sein, aber im Zeitalter von Smartphones und Tablets bin ich kleine Bildschirme doch gewöhnt.

Das Navi wiederum hat mich bisher etwas enttäuscht, so leitet es gerne über Umwege zum Ziel, bspw. sollte ich bei meinem Weg Richtung Autobahn nicht direkt die Umgehungsstraße benutzen, nein ich sollte die Industriestraße benutzen. Rein prinzipiell ist das gemessen an der Länge circa der gleiche Weg, allerdings stehen auf der Umgehungsstraße nie LKWs im Weg herum. Und das die Ampel an der danach folgenden Kreuzung etwas zum Nachteil der Industrie geschaltet ist kann das Navi zwar nicht wissen, aber in welchem Gewerbepark geht es schon schnell voran?

Frontkamera unter Nissanlogo

Während der Fahrt ein wenig die Knöpfe ausprobieren – wir sind ja schließlich Profis – alles ist gut erreichbar, die Klimaanlage hängt etwas tiefer in der Mittelkonsole, aber ist immer noch gut zu bedienen. Direkt darunter befindet sich noch eine sehr minimalistische Ablagemöglichkeit, deren Sinn sich mir noch nicht ganz erkenntlich gezeigt hat. Zu klein für das Mobiltelefon, zu waagrecht für den Schlüssel um ihn sicher aufzubewahren, auch Kleingeld wird hier nicht lange halten. Den Platz hätte Nissan besser nutzen können, evtl. mit einem Scheckkartenhalter oder einem geneigteren Ablagefach, das etwas mehr Tiefe aufweist.

Was mir gleich bei der Übergabe aufgefallen ist, das riesige Panorama-Glasdach. Ein Knopf im Dachhimmel öffnet den Blick in die Wolken. Selbst die dritte Reihe kann so noch einen Blick nach oben erhaschen ohne sich groß zu verbiegen. Kompliment dafür, das Glasdach über die gesamte Dachform zu ziehen. Da bietet sich schon die Nacht unter sternenklarem Himmel bei besten klimatischen Bedienungen im Innenraum an.

Panorama-Glasdach Nissan Qashqai +2

Der Motor, obwohl ein Diesel, bereitet Fahrfreude, zwar weigert er sich unter 1.700 U/min in einem höheren Gang den Berg zu erklimmen, dafür fährt er sich spritzig, überzeugt durch guten Durchzug. Auch das Fahrwerk macht einen sehr guten Eindruck, federt bei längeren Bodenwellen sehr sanft ab, nur bei kurzen kann es schon einen kurzen Ruck im Innenraum geben. Dabei bieten die Ledersitze guten Seitenhalt und halten den Fahrer selbst bei etwas zügigerer Fahrweise fest im Sattel. Den 2WD–Auto–Lock-Knopf in der Mittelkonsole habe ich auch schon kurz betätigt, ja es ist ein Unterschied zu spüren, ob die Sperre im Allradbetrieb drin ist oder nicht. Genauer darauf eingehen, kann ich aber im Ersteindruck noch nicht, dafür werde ich auf Schnee warten müssen – oder jegliche andere Art von unwegsamem Gelände.

Ein kleiner Negativpunkt, der mir nur durch Zufall aufgefallen ist, ist die Bluetooth Verbindung mit dem Handy. Zwar ist diese schnell und problemlos eingerichtet – auch das Telefonbuch kann übertragen werden – dennoch lässt die Qualität stark zu wünschen übrig. Bei einem angenommen Anruf, der eben nur durch Zufall zustande kam, konnte ich zwar anhand der Stimme erkennen mit wem ich telefoniere, jedoch konnte ich nicht recht verstehen, um was es ging, sodass ich an die Seite fahren musste, um das Gespräch normal am Handy weiterzuführen.

Nissan Qashqai +2 Heckansicht seitlich

An den Boxen des Bose-Soundsystems kann es nicht gelegen haben, denn diese wummern wunderbar, selbst die Radiosender können hierbei noch glänzen. Als nächstes steht dann ein Test mit der CD oder MP3 Wiedergabe an, dann kann Bose zeigen, was gute Boxen sind. Mehr zum Nissan Qashqai +2 in den nächsten zwei Wochen. Habt ihr Fragen? Immer her damit, ich werde sie gerne beantworten oder mir jemanden suchen, der sie beantworten kann.

5 Gedanken zu “Ersteindruck Nissan Qashqai +2: Mehr als nur „Urban proofed“

  1. Pingback: Nissan Qashqai +2 im Test bei Autophorie.de > Allgemein, Nissan > Rad-ab.com

  2. Pingback: Nissan Qashqai Infotainment- und NavigationsSystem mit Bose Sound im Test » Imaedia.de - Digital Lifestyle, Technik und Unterhaltung

  3. Sorry, aber der Knopf zum Öffnen des Dachhimmels muß nicht durchgehend gedrückt werden.
    Einmal kurz drücken und der Dachhimmel öffnet oder schließt sich vollständig.

Kommentar verfassen