Ersteindruck: Audi Q5 mit Frischzellen-Kur und athletischen TDIs

Audi SQ5 TDI Flugahfen München

Der Erfolg gibt dem Audi Q5 recht, auch wenn ich mich immer wieder Frage, wozu oder wer wirklich ein SUV braucht, verkauft er sich doch wie geschnitten Brot. Da überrascht es dann auch nicht, dass Audi nach München lädt um das Facelift des seit 2008 so erfolgreichen Modells rund um den Münchner Flughafen zu testen.

Als allererstes ging es mit dem Audi Q5 Hybrid auf die wohl anspruchsvollste Route, was den Durchschnittsverbrauch betrifft. Stadt, Land und Autobahn sollten den Hybrid von seiner besten Seite zeigen.  Der verbaute 2.0 TFSI mit einer Leistung von 211 PS wird zusätzlich noch in bestimmten Lebenslagen von einer 1,3 kWh-Batterie unterstützt. Die Systemleistung steigt so auf 245 PS; allzu viel ins Detail will ich beim Hybriden aber auch nicht gehen, denn Thomas kann da weitaus besser seine Meinung dazu kundtun als ich. Einen kleinen Ersteindruck bekommt ihr im Video.

Dafür habe ich mir zwei Diesel ganz genau angeschaut. Vom Prinzip sind sie sich auch sehr ähnlich, beide beherbergen den V6 3.0 TDI und die S-tronic. Einziger Unterschied sind die Leistungswerte, denn der „gewöhnliche“ 3.0 TDI mit 245 PS und 7-Gang-S-tronic  steht dem SQ5 mit 313 PS und 8-Gang-S-tronic nach, so möchte man meinen. Auch die Endgeschwindigkeit unterscheidet sich um 25 km/h, wohl daher, dass der SQ5 bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt ist – er könnte eventuell sicherlich noch ein bisschen mehr. Daraus entstand für mich die Frage, lohnt sich der Aufpreis, die zusätzlichen zwei Endrohre und eben das „S“ im Namen zu tragen?

Das S macht die Musik im SQ5

Diese Frage ließ sich für mich relativ schnell und einfach beantworten: Nein! Der SQ5 ist ein schönes Spielzeug, die in Reihe geschalteten Turbos bereiten viel Fahrspaß, auch dieser Moment, indem ein Audi R8 mir Platz gemacht hat und sich den SQ5 auch nochmal von hinten genauer angesehen hatte, hat so seine Reize und kleine Freuden zwischendurch, doch am Ende des Tages gewinnt für mich der bürgerliche 3.0 TDI ohne den sportlichen Namenszusatz. Die Frage nach dem „Warum willst du uns jetzt so einen Schmarrn (getestet wurde in München, da gehören solche Ausflüchte dazu) aufdrücken?“ kann ich ebenso schnell beantworten, wie das vorhergehende Urteil.

Der Audi Q5 mit dem gewöhnlichen 3.0 TDI ist für mich das ehrlichere Auto, es ist ebenso möglich mit ihm durch die Kurven zu heizen aber auch ebenso sparsam zu fahren, denn mit knappen sechs Litern bei durchwachsener Fahrweise kann Audi zurecht behaupten den Verbrauch um 15% gesenkt zu haben. Zudem, und das ist für mich fast schon der wichtigste Aspekt, will dir das Auto nicht verkaufen es sei ein Rennwagen. Dieselrattern hin oder her, aber das ist mir persönlich bei weitem lieber als ein Soundgenerator, der mir verkaufen will ich hätte einen V8 zum Spritpreis eines Diesels unter der Haube. Das mag für den kurzen Moment spaßig sein, aber auf lange Sicht ist mir ein solcher Fake eher ein Dorn im Auge. Zudem ist der 3.0 TDI quattro mit 49.500 Euro in der Basis fast ganze 10.000 Euro günstiger als der SQ5.

Audi Q5 3.0 TDI Licht an

Audi bietet im neuen gelifteten Q5 allerhand Assistenzsysteme an, die ich nicht alle testen konnte, da die Testfahrzeuge nicht mit allem Schnick-Schnack, welches es für Geld gibt ausgerüstet waren, dennoch klingt der „Active Lane Assist“ ganz nett, so meldet er dem Fahrer, der ohne Blinken die Spur wechselt nicht nur das er eben jenes tut, sondern unterstützt auch aktiv beim Zurückführen auf die richtige Spur. Was ich hingegen testen konnte war das Adaptive Cruise Control (ACC) System, das ein per Radar gesteuerter Tempomat ist, der je nach gewähltem Abstand diesen einhält und dazu eben die gewünschte Geschwindigkeit. Dabei hält er bei der kleinsten Einstellung mindestens einen gefühlten Abstand von der Hälfte der Geschwindigkeit in Metern. Damit verbunden ist auch das pre sense, dass drohende Auffahrunfälle erkennt und die Bremsung einleitet bzw. wenn der Fahrer noch reagiert nur vorbereitet, sprich der nötige Bremsdruck wird schon vorab aufgebautund die Bremsbeläge angelegt. Dazu ertönt noch ein Gong, gleichzeitig wird der Fahrer über ein rotes Signal über die Situation informiert. Die Verzögerung erfolgt so augenblicklich – einen großen Unterschied zu einer normalen Bremsung konnte ich allerdings nicht feststellen. Diese Werte spielen sich ohnehin schon im Millisekunden-Bereich ab.

Das Design hat sich nicht grundlegend verändert, sondern nur an ganz typischen Merkmalen wurde gefeilt. So wurde der Single-Frame-Grill verändert, beim SQ5 verläuft dieser horizontal, bei allen anderen Modellen vertikal; es steht außer Frage, dass der SQ5 dadurch optisch noch breiter wirkt als seine Brüder. Das LED-Tagfahrlicht bildet nun kein L mehr sondern eine homogene Spange, die an den Enden aber nicht ganz zusammenläuft. Sehr schön gelungen ist das Heck, dass nun durch die unten abgeflachten Endrohre am Diffusor nun eine gerade Schnittkante ergibt, die das Erscheinungsbild verfeinert hat.

Das Heck nur dezent geliftet im Audi Q5

Der Audi Q5 wird auch weiterhin ein Bestseller im SUV-Segment bleiben, dennoch hat er ein wenig an Höhe verloren, so fühlt man sich im neuen Q5 nicht mehr ganz so erhaben und doch wieder der Straße näher als eigentlich gewollt. Dafür gibt es nette Extras, wie etwa den Cupholder, der kühlen oder warm halten kann, was wohl jeden Coffee-to-Go-Trinker begeistern wird. Die optische Auffrischung tut dem in die Jahre gekommenen Ingolstädter gut, auch wenn es nur sehr dezente Änderungen sind und nur der Kenner auf den ersten Blick unterscheiden können wird, welcher der neue und welcher der alte Q5 ist, so werden vor allem die effizienteren Motoren von sich hören lassen.

Audi SQ5 Innenraum

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