Lange hat es gedauert bis Kia den offiziellen Vertriebsnamen für die Luxus-Limousine K9 (so soll sie auf dem heimischen Markt heißen) für den Rest der Welt enthüllt hat: als Quoris wird der scharfe Konkurrent, vor allem für deutsche Limousinen aus dem hochpreisigen Segment, gegen seine Mitbewerber auftreten.
„Der Name unseres neuen Flaggschiffs ist von den englischen Wörten ‚core’ – also ‚Herzstück’ oder ‚Kern’ – und ‚quality’ abgeleitet und weist damit auf die wesentlichen Merkmale dieser Limousine hin“, teilt Thomas Oh, Senior Executive Vice President und COO der International Business Division von Kia Motors mit. Aha! Das ging aber mächtig in die Hose, denn dieses Kunstwort macht meiner Meinung nach gar keinen Sinn und könnte am liebsten direkt wieder über Bord fliegen. Angeblich soll der suspekte Name mit Luxus und Hightech assoziert werden; funktioniert nicht mal im entferntesten. Das Fahrzeug hingegen kann ich ohne Abzüge genau mit diesen mächtigen Wörtern in Verbindung bringen. Der Name ist wichtig ohne Frage, hier verschenkt Kia reichlich Potenzial.
Dass der große Sedan hingegen mit Heckantrieb ausgestattet ist, ist beim koreanischen Autobauer nicht selbstverständlich, umso mehr verbreitert es mein Grinsen im Gesicht, wenn ich mir die verdammt schnieke Formsprache dieser eleganten Familenkutsche, in der locker noch Platz für ein Schachtisch als optionales Feature vor den Fondpassagieren wäre, anschaue. Es lässt sich kaum abstreiten – KIA hat sich ganz offensichtlich am BMW 7er orientiert, der mich ja persönlich sehr anspricht.
Optisch wurde reichlich bei den Bayern abgeschaut (übrigens ist der ehemalige Audi-Chefdesigner Peter Schreyer für die Gestaltung des K9 zuständig), dennoch bewahrt der Quoris durch Feinheiten wie die entschärften Frontscheinwerfer, den “ungewöhnlichen” Kühlergrill, die verlängerte C-Säule oder das dadurch kleinere Heck seine Identität. Insgesamt wirkt der Koreaner schmeichelthafter und nicht ganz so maskulin wie der Bimmer.
Auch die inneren Werte, nämlich die Elektronik, sind State-of-the-art. Hier wird die rollende asiatische Lounge dank innovativer Technik gut mit anderen Nobellimousinen mithalten können. Das Rundumsicht-Parksystem (Around View Monitor, AVM) arbeitet mit vier Kameras auf jeder Fahrzeugseite, womit eine Abdeckung von einem 360° Sichtfeld ermöglicht wird, und sorgt somit für Komfort und Sicherheit beim Parken sowie beim Rangieren mit niedriger Geschwindigkeit. Ein Adaptive Cruise Control-System, Kollisionswarner, Spurhalteassistent, PreSafe-Funktionen und die Totwinkelerkennung sind ebenfalls verfügbar.
Angetrieben wurde das damals noch Kia GT genannte Konzept von einem 3,3 Liter bzw. 3,8 Liter Benziner von Hyundai. Über die aktuelle Konfiguration bzw. Entwicklung ist noch nichts bekannt. Ausgeliefert wird das Flagschiff schon nächstes Jahr.
Gar nicht so schlecht! Wie gefällt euch der Quoris?


