Klein, wendig, lautlos und benzinlos spritzig: smart electric drive

Smart electric drive Urban

Mit dem Leaf habt ihr an dieser Stelle zum ersten Mal bei uns etwas über Elektrofahrzeuge gelesen, mit dem smart electric drive geht das Ganze noch eine Stufe weiter, denn den durfte ich in Berlin einen Tag lang testen.

Beginnend mit zwei Workshops, die zum einen die Technik und zum anderen die Konnektivität des smart ed uns Bloggern sowie den Journalisten näher brachten, ging es dann auch durch die Hauptstadt und das Regierungsviertel. Zuvor allerdings gab es zahlreiche technischen Raffinessen zu „ertasten“, denn mit dem smart electric drive wird viel auf „connectivity“ gesetzt. So bekommt der Kunde direkt zum Auto noch seinen persönlichen Zugang zur Micro-Site seines Fahrzeugs, die sich – auf Android und iOS – gewissermaßen als App installiert und auch als solche fungiert. Beispielsweise wird hierüber der Ladestand – wenn der smart an der Steckdose hängt – angezeigt und kann auch nach einem selbsterstellten Zeitplan geladen werden. Die Ladezeiten hängen natürlich auch vom Geldbeutel des jeweiligen Kunden ab.

  • Ladezeit mit 3,3 kW Lader (Standard): 7h von 0 auf 100%
  • Mit Wallbox (ab 710 Euro): 6h von 0 auf 100%
  • Wallbox in Verbindung mit 22 kW Bordlader (2.900 Euro): 1h von 0 auf 100%

smart electric drive Interior Anzeigen

Da eine komplette Entladung der Batterie aber in der Realität nie vorkommen wird, verringern sich diese Ladezeiten dementsprechend um den „Rest-Strom“. Über ein Zertifikat, das vom jeweiligen Energiebetreiber vergeben wird, kann der smart ed auch an öffentlichen Zapfsäulen ohne das zücken einer Karte oder Kleingeld geladen werden, die Abrechnung erfolgt dann über die gewöhnliche Stromrechnung. Die App kann aber auch noch mehr, jedenfalls ist das in Planung; bisher zeigt die App die mögliche Reichweite an, diese Berechnung beruht auf typografischen Karten, heißt man überlebt keine böse Überraschung sollte es plötzlich bergauf gehen. Zudem hatten die Damen und Herren bei der Präsentation offene Augen und Ohren, weshalb demnächst vielleicht auch eine Routenplanung über eine größere Strecke kein Problem mehr darstellt, da die App diverse Ladesäulen als Zwischenstopp angibt – die Idee hätte ich mir vielleicht patentieren sollen, aber ich bin mal nicht so, hat mir eben gefehlt, ich hoffe smart baut das noch ein.

Nun aber zu den wichtigen Dingen des Lebens: wie fährt sich der smart electric drive? Das kann ich eigentlich ganz schnell beantworten, ziemlich geil toll. Das niedrige Gewicht, der Schwerpunkt gerade so über der Grasnarbe, eine super direkte Lenkung, ein Wendekreis von gerade mal ein bisschen über acht Meter. Line-Hopping hat seinen neuen Champion gefunden. In der Stadt, besonders in einer Großstadt wie Berlin, ist der smart ed nicht nur wegen seiner Größer der ultimative Spaßbringer, sondern auch wegen seiner Agilität, den Fahrleistungen und der Straßenlage. Dauerhaft steht eine Nennleistung von 35 kW an, was für den Hausgebrauch immer ausreicht. Selbst ohne das Strompedal voll durchzutreten bin ich immer noch weitaus schneller von der Ampel weggekommen als die meisten anderen.

smart electric drive Tür Schriftzug

Will man es dennoch mal wissen – ich will es immer ganz genau wissen – so ist der smart ed auch schon für ein Rennen von Ampel zu Ampel gut. Die volle Leistung von 55 kW stehen über den Kick-Down, also das Gaspedal voll durchtreten und dann über diesen Punkt hinaus, zur Verfügung. Offizieller Wert von 0 auf 60 km/h ist 4,8 Sekunden und die kann ich nur bestätigen. Ob er die 100 km/h wirklich in 11,4 Sekunden schafft ist dann auch wieder Nebensache, aber zuzutrauen wäre es dem kleinen, der in der von mir gefahren Cabrio-Version ohnehin schon durch den Fahrtwind, der einem um die Nase weht, jede Menge Freude bereitet. Einziges Manko: die eigenartig zu dosierende Bremse, die ihren Druckpunkt nicht leichtfertig preisgibt.

Die wichtige Frage zum Verbrauch kann ich sogar in sportlicher und ökonomischer Fahrweise beantworten, denn während ich hauptsächlich den Spaßfaktor testen wollte und dabei 4 % der Batterie entzogen haben, sind die Kollegen von griin.de etwas bedachter unterwegs gewesen und haben gerade einmal 1 % der Batterieladung verbraucht. Was positiv zu erwähnen wäre, dass sich die Verbrauchsanzeige linear verhält, heißt bei gleichbleibender Fahrweise sind keine abrupten „Energieverluste“ zu erwarten.

smart electric drive Fahrradträger

Und was kostet der Spaß? Nun es gibt zwei Varianten sich ein solches Spaßgerät für die Stadt in die Garage zu stellen. Die eine, wohl aber nicht unbedingt intelligente Möglichkeit ist, sich den smart ed komplett inkl. der Batterie zu kaufen, wobei der Startpreis bei 19.900 Euro liegt. Entscheidet man sich aber für das Sale&Car Paket, wird die Batterie geliehen (Leasing) und gehört so immer dem Hersteller, heißt aber auch bei Problemen (mind. 10 Jahre Lebensdauer), gehören diese auch dem Hersteller. So startet der Spaß bei 15.890 Euro für das Coupé und 18.496 Euro für das Cabrio, das echt empfehlenswert ist. Da der smart ed auf der Passion-Ausstattung basiert, ist im Innenraum schon viel geboten, wer will kann aber auch hier preisintensiv nachrüsten.

Dazu kommen dann noch sinnvolle Investitionen wie die Wallbox oder den 22 kW Bordlader, den man leider extra bezahlen muss. Allerdings kann man so dem Staat für bis zu 10 Jahre entfliehen, denn der smart ed ist auf jeden Fall 5 Jahre steuerbefreit und je nach Gesetzesentwicklung noch weitere 5 Jahre. Obwohl die Elektrofahrzeuge immer mal wieder in der Kritik stehen, sehen das die Versicherer nicht so, denn der smart ed wird in dieser wie ein gewöhnlicher Verbrennungsmotor eingestuft.

smart electric drive Batterie

Alle hier genannten Preise verstehen sich exklusive der nationalen Steuern.

PS: Bei greenmotorsblog gibt es noch deutlich mehr zu den Zahlen und Fakten zu lesen. Weitere Artikel gibt es bei buzzriders und Mercedes-Benz Passion Blog.
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